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•werksbetrieb eine Art Monopolstellung ein, dehnte aber Anfang
der siebziger Jahre seine Tätigkeit auch auf die nahen Tiroler
Bergwerke aus.
Die Zeiten der Blüte und des Verfalls des Bergbaus zu
Schwaz haben uns oben in der Geschichte der Paumgartner
von Augsburg beschäftigt. In seine Anfänge führen uns die
Beziehungen, die Hans Baumgartner von Kufstein zu ihm
hatte, als er der Geldgeber des Erzherzogs Sigismund wurde.
Wie später, so streckte auch damals der Kaufmann dem Fürsten
Bargeld vor und erhielt dafür Silber zur Tilgung der Schuld.
In den ersten Jahren trat Hans Baumgartner zusammen mit
dem schon genannten Rattenberger Gewerken Virgil Hofer 1 )
auf. So liehen die beiden am 14. Mai 1472 dem Erzherzog 2096 fl,
wofür sie mit Silber bezahlt wurden 2 ). Diese Geschäftsver
bindung dauerte jedoch nicht lange, da Hofer im Jahre 1474
als Teilhaber Baumgartners verschwindet und fortan nur als
Gewerke im Schwazer Bergbau tätig ist. Dagegen wurden
Baumgartners Beziehungen zu Sigismund immer enger. Im
Jahre 1477 lieh er — wenn wir kleinere Beträge aus den Jahren
1473 bis 1476 übergehen — 8095 fl und wurde damit auf das
Silber der Schwazer Gewerken Füger und Erlacher verwiesen 3 ).
Damals trat mit dem Kufsteiner Kaufmann der Salzburger
Hans Knoll in Konkurrenz, der dann im Jahre 1480 sich mit
erhalten, das angibt, wieviel Silber jeder Gewerke im Jahre 1474 in
den „Brenngaden“ ablieferte. Diesem Verzeichnis sind obige Zahlen
entnommen.
') Virgil Hofer, aus Salzburg stammend, seit ca. 1470 in Ratten
berg wohnend, wurde bald einer der Hauptgewerken des Schwazer
Bergbaus. Er erwarb dann mehrere Schlösser und Herrschaften in
Bayern, so Holzhausen, Falkenstein und Urfahrn, wonach sich die
verschiedenen Linien benannten. (Vgl. Siebmachers Wappenbuch
VI 1, Abgestorbener bayer. Adel II [1906] S. 76 u. I S. 5, ferner Wiguleus
Hund: Stammenbuch 3. Teil in Freibergs Sammlung historischer
Schriften III, 2 S. 394.) Virgil Hofer starb 1494. Einer seiner Söhne,
Wolfgang, der mit Agnes Lang, einer Nichte des bekannten Kardinals
Matthäus Lang, vermählt war, erwarb 1501 das Schloss Wildenwart
bei Prien u. besass dasselbe bis 1540. Sein Grabstein ist heute noch
in der Pfarrkirche zu Prien zu sehen und deshalb bemerkenswert, weil
auf demselben der Geburtsort seiner Gemahlin angegeben ist: angneess
ein geporene langin aus engalland in der stadt kallis.
2 ) Innsbruck, Statthaltereiarchiv: Raitbuch (1472) fol. 4.
3 ) Ebenda: Raitbuch (1477) fol. 18.