Full text: Die Preußische Gewerbesteuer

VIII. Heranziehung u. Erhebung durch die Gemeinden. § i3. 135 
heitlichen Betrieb, von dem der Schankbetrieb (z. B. in den Er- 
frischungsräumen eines Warenhauses) nur einen Teil bildet, darf nicht 
der ganze Betrieb, sondern nur der ein Schankgewerbe darstellende 
Teil des Betriebes zu den erhöhten Zuschlägen herangezogen werden 
{Art. 29 der AusfAnw.). 
5. Auch die Wo hn g e me i n d e nimmt nach § 52 der Verordnung 
an den infolge von Zweigstellen- oder Schankgewerbesteuerzuschlägen an 
die Betriebsgemeinde geleisteten erhöhten Vorauszahlungen auf die 
Kapitalsbeuer oder Lohnsummentteuer teil; dies ist im Gegenssay, zu der 
Begründung zu § 46 des Entwurfs, die von einer anderen Regelung 
der Beteiligung der Wohngemeinde ausging, festzustellen. ' ' 
Zu Abs. 2. 
6. Auch hier gibt der Wortlaut zu Zweifeln Anlaß: Soll die 
20prozentige Grenze für die erhöhten Zuschläge absolut ~ im Ver- 
hältnis zum Steuergrundbetrag + oder relativ ~ im Verhältnis zu 
den Normalzuschlägen ~ zu nehmen sein, sollen also beispielsweise bei 
Normalzuschlägen von 200, 300 und 400 v. H. für Zweigstellen- oder 
Schankbetriebe bis zu 220, 320, 420 oder bis zu 240, 360, 480 v. H. 
erhoben werden dürfen? Hier versagt die Begründung wie die Ent- 
stehungsgeschichte, aus der nur hervorzuheben ist, daß der Entwurf bei 
der Zweigstellenbesteuerung eine Grenze von 20 v. H., bei der Schank- 
gewerbebesteuerung eine solche von 40 v. H. vorgesehen, der ständige 
Ausschuß aber die Grenze einheitlich auf 20 v. H. festgesetzt hat. Der 
Wortlaut spricht eher für die letztere Auffassung: Die Erhöhung der 
Zuschläge ist nicht in Beziehung gesetzt zum Steuergrundbetrag, 
sondern zu den in der Gemeinde sonst festgesetten Zuschlägen, ist also 
nicht absolut, sondern relativ zu nehmen. Der Gesetgeber hätte sich 
allerdings genauer ausdrücken und etwa folgende Fassung nehmen müssen: 
„Die Erhöhung der Zuschläge darf nicht um mehr als 20 v. H. der in 
der Gemeinde sonst festgesetten Zuschläge über diese hinausgehen.“ 
Jedenfalls wäre es sinnlos gewesen, die Möglichkeit der Erhöhung starr 
auf 20 v. H. des Steuergrundbetrages zu begrenzen, einerlei ob die Ge- 
iueinde ;: lgemeinen 100 oder 500 v. H. oder sogar noch höhere Zu- 
ge erhebt ). 
Die verschiedene Abstufung der Zuschläge erfolgt jeweils für ein Rech- 
nungsjahr durch Gemeindebeschluß, welcher der Genehmigung der Auf- 
sichtsbehörde nach § 44 nicht bedarf (vgl. Erl. 3 zu § 1.4. 
 1) Vorstehender, schon in der ersten Auflage vertretenen Auffassung 
hat fich inzwischen auch der Erl. vom 16. Mai 1924 ~ MBl. f. d. i. V. 
S. 567 + angeschlossen: die Worte „20 v. H.“ können, da in g 43 
Abs. 2 die Steuergrundbeträge überhaupt nicht erwähnt werden, sich nur 
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auch die AusfAnw in Art. 29.
	        
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