Object: Untersuchungen über das Versicherungswesen in Deutschland

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I. Geschäftliche Versicherung. 
tätiger Frauen vielfach ein Prozentualer Rückgang ihres Anteils an der 
Todesfallversicherung beobachtet worden ist. Es braucht dies aber nicht 
notwendig seinen Grund in einer Abkehr der Frauen von der Ver 
sicherung zu haben; der Grund ist vielleicht auch in einer erheblich 
stärkeren Zunahme der männlichen Versicherten zu finden. 
Alter der Versicherungsnehmer. 
Für eine erschöpfende Untersuchung über das Alter der Versicherten 
fehlt es an Material. Eine einfache Erwägung läßt darauf schließen, 
daß Versicherungen in der großen Todesfallversicherung vorzugsweise in 
jüngeren Jahren, in denen die Erhaltung der Familie noch geringere 
finanzielle Anforderungen stellt, und für welche die Prämien niedriger 
sind, abgeschlossen werden. Wenn daher bei fünf Gesellschaften, die hier 
über sich in ihren Rechenschaftsberichten ausfprechen, das Durchschnitts 
alter ihrer Versicherten nur zwischen 39 Jahren 4 Monaten und 
43 Jahren 6 Monaten schwankt, so darf man hierin wohl auch eine 
für die Gesamtheit aller Gesellschaften zutreffende Feststellung erblicken. 
Das Durchschnittsalter der Neuversicherten liegt natürlich erheblich tiefer; 
von einer großen Gesellschaft wird es für das Jahr 1910 auf 30 Jahr 
9 Monate berechnet. Dieselbe Gesellschaft gibt auch eine Aufstellung 
darüber, wie sich ihre Versicherten nach Alter und Versicherungssumme 
verteilen. Interessant ist hierbei die Tatsache, daß sich die Höchstzahl 
der Versicherten in den einzelnen Altersklassen mit Steigen der Ver 
sicherungssumme in höhere Altersklassen verschiebt. Die meisten Ver 
sicherten mit Versicherungssummen bis zu 10 000 Mk. gehören dem Alter 
von 36—40 Jahren an; die Alter von 41—45 Jahren sind am stärksten 
bei den Versicherungssummen von 10 100—60 000 Mk. vertreten, und 
die Alter von 46—50 Jahren bei den noch höheren Versicherungssummen. 
Nur darf man hieraus nicht etwa folgern wollen, daß die Sterblichkeit 
bei den Hochversicherten, die im allgemeinen auch die Wohlhabenden 
sind, eine günstigere ist. Vielmehr wird durch jene Zahlen wohl nur 
die Erfahrungstatsache bestätigt, daß die meisten Hochversicherten in 
jüngeren Jahren die Prämien für hohe Versicherungen nicht erschwingen 
können, deshalb mit kleineren Versicherungen beginnen und erst im Laufe 
der Jahre Zusatzversicherungen nehmen. Damit stimmt die Beobachtung 
überein, die man bei den von einer anderen Gesellschaft mitgeteilten 
Zahlen über das Beitrittsalter der im Jahre 1910 aufgenommenen, 
erstmalig Versicherten und die von ihnen versicherten Summen machen 
kann: es steigt die auf die einzelnen Altersklassen entfallende Durchschnitts-
	        
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