Full text : Theoretische Sozialökonomie

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Durchschnittskosten ist, und daß beide innerhalb gewisser Grenzen der
achfrage (bzw. dem Umfang der Produktion) umgekehrt proportional
sind, so muß offenbar die Übereinstimmung zwischen Preis und Durch-«
schnittskosten innerhalb der genannten Grenzen fortbestehen und
olglich unsere Forderung, daß der Preis gleich den Durchschnittskosten
sein soll, innerhalb gewisser Grenzen von allen Preisen erfüllt sein. In
allen Fällen, wo also unsere Forderung den Preis nicht eindeutig betimmt,
 muß sie durch eine andere Forderung ergänzt werden. Diese
kann offenbar nur die sein, daß unter allen Preisen, die die erste Forderung
 erfüllen, der kleinste gelten soll. Denn dabei werden die Beürfnisse
 im größtmöglichen Umfang befriedigt.
Wir gelangen in dieser Weise zu unserem zweiten supplemenären
 Prinzip der Preisbildung: wenn bei größerem Absatz billiger Produziert
 werden kann, d. h. wenn die auf die Gesamtproduktion beogenen
 Durchschnittskosten des Produkts bei steigendem Umfang der
roduktion sinken, muß bei Gleichgewicht der Preis des Produkts den
urchschnittlichen Produktionskosten entsprechen; wenn mehrere Preise
diese Bedingung erfüllen, ist der niedrigste dieser Preise zu wählen.
ir wollen dieses Prinzip als „das Prinzip der Preisbildung bei
sinkenden Durchschnittskosten‘‘ bezeichnen.
Die Voraussetzung dieses Prinzips ist, daß die Gesamtkosten der
Produktion langsamer als die Produktion selbst wachsen. Ein Spezialall
 ist, daß die Gesamtkosten innerhalb gewisser Grenzen fest sind,
und somit mit steigendem Umfang der Produktion überhaupt nicht
wachsen. Wenn ein dauerhaftes Gut verschiedener Grade von Ausnutzung
 fähig ist, ohne daß dabei eine erhöhte Abnutzung in Betracht
ezogen zu werden braucht, und somit die Menge der Dienste, die es
wirklich abgibt, von der Inanspruchnahme desselben abhängt, oder wenn
ine persönliche Leistung gleichzeitig von einer unbestimmten Zahl von
ersonen in Anspruch genommen werden kann, und folglich eine von
er Konsumtion abhängige Zahl von Diensten darstellt, sind die Kosten
es einzelnen wirklich in Anspruch genommenen Dienstes unbestimmt,
. h. nicht von den Preisen der bei der Produktion in Anspruch genommenen
 Produktionsmittel bestimmt. Wenn man, wie wir es hier
immer tun, den Produktionsprozeß in dem weiten Sinne auffaßt, daß
r auch die tatsächliche Abgabe von Diensten mit umfaßt, kann man
Iso sagen, daß die Produktionskosten der jetzt betrachteten Dienste
unbestimmt sind. Die Preisbildung für diese Dienste läßt sich dann
icht nach dem Prinzip der Knappheit durchführen, da doch eine Berenzung
 der Nachfrage, jedenfalls in dem Umfange, wie sie tatsächlich
durch die Preisbildung durchgeführt wird, nicht unmittelbar durch die
Knappheit der zur Verfügung stehenden Dienste erfordert wird.
Man kann, wie wir ($ 10) gesehen haben, in gewissen Fällen von
einer speziellen Preisbildung für die betreffenden Dienste Abstand
            
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