Full text: Theoretische Sozialökonomie

$ 13. Supplementäre Prinzipien der Preisbildung. ) 
Mark hervorrufen. Umgekehrt, wenn der Betrieb vom beweglichen Pro- 
duktionsmittel schon mehr verwendet, als nach dem Substitutionsprinzip 
richtig ist. Eine Vermehrung dieses Produktionsmittels wird dann die 
Ökonomie des Betriebs noch verschlechtern und also zwar vielleicht noch 
eine Steigerung des Produktwertes ergeben, aber jedenfalls eine Steige- 
rung, die der Vermehrung der Kosten nicht gleichkommt. Sobald also 
das Substitutionsprinzip nicht erfüllt ist, befindet sich der Betrieb ent- 
weder im Zeichen des „zunehmenden‘‘ oder des „abnehmenden 
Ertrags‘“. Wenn z. B. auf einem gegebenen Stück Boden geeignete 
Produktionsmittel in steigendem Umfang verwendet werden, wird der 
Produktwert zunächst mit größeren Beträgen, als die auf diese Pro- 
duktionsmittel verwendeten Kosten steigen, dann wird ein Punkt 
erreicht, wo die Steigerung des Produktwerts gleich der Steigerung der 
Kosten ist, wonach jede weitere Steigerung der Verwendung der be- 
treffenden Produktionsmittel eine hinter den Kosten dieser Steigerung 
zurückbleibende Steigerung des Produktwerts bewirkt. Die wirtschaft- 
liche Bedeutung dieser Verhältnisse werden wir später in unserem 
Kapitel über die Bodenrente zu untersuchen haben. 
Daß eine Erweiterung eines Betriebs in vielen Fällen eine relative 
Steigerung des Ertrags bewirkt, hängt, wie wir schon wissen, häufig von 
der Möglichkeit einer besseren Ausnutzung gewisser Veranstaltungen 
mit festen Kosten ab. Der zunehmende Ertrag bedeutet dann offenbar, 
daß mit den gegebenen Veranstaltungen eine größere Menge anderer 
Produktionsmittel mit Vorteil verbunden werden kann, zeigt also nur, 
daß die vorteilhafteste Zusammenstellung der beiden Gruppen von Pro- 
duktionsmitteln noch nicht erreicht ist. 
Bisher haben wir uns immer vorgestellt, daß im betrachteten Pro- 
duktionsprozeß nur ein Produkt, obwohl vielleicht in einer Menge 
gleicher Exemplare, produziert wird. Eine Unbestimmtheit der Pro- 
duktionskosten kann aber auch dadurch veranlaßt werden, daß mehrere 
verschiedenartige Produkte aus einem und demselben Produktions- 
prozeß hervorgehen. Wir wollen solche Produkte „verbundene Pro- 
dukte‘ nennen. Oft können die Verhältnisse zwischen den Mengen 
dieser Produkte durch eine geeignete Modifikation der Produktions- 
methode etwas verändert werden. Wir wollen aber zunächst den ein- 
fachen Fall betrachten, daß der gegebene Produktionsprozeß zwei oder 
mehrere verschiedene Produkte in festem Mengenverhältnis hervor- 
bringt. Beispiele von Produktionsprozessen, wo diese Voraussetzung 
annähernd verwirklicht ist, bietet die Wirklichkeit viele. Beim Thomas- 
prozeß werden z. B. Roheisen und Thomasphosphat gleichzeitig in 
einem durch die Qualität der Materialien bestimmten Verhältnis pro- 
duziert. Unsere städtischen Gaswerke produzieren in ähnlicher Weise 
gleichzeitig Gas und Koks. Die argentinische Viehzucht produziert 
Fleisch, Häute und Knochen, jeder Getreidebauer Getreide und Stroh. 
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