Full text: Theoretische Sozialökonomie

98 Kap. III. Das wirtschaftliche Prinzip in der Tauschwirtschaft. 
"In Verbindung mit dem Prinzip der Preisbildung verbundener Produkte be- 
stimmt das so erweiterte Substitutionsprinzip das hier vorliegende Problem der 
Preisbildung für verbundene Produkte mit veränderlichem Mengenverhältnis. 
$ 14. Die Organisation der modernen 
Tauschwirtschaft. 
In den vorhergehenden Paragraphen dieses Kapitels haben wir die 
Forderungen untersucht, die das allgemeine wirtschaftliche Prinzip an 
die Tauschwirtschaft stellt. Wir haben gefunden, daß diese Forderungen 
in einer Preisbildung, die vom Prinzip der Knappheit und den supple- 
mentären Prinzipien der Preisbildung reguliert wird, zum! Ausdruck 
kommen. Da die supplementären Prinzipien in der Tat nur einer näheren 
Bestimmung des Begriffs der Kosten dienen, können wir die so be- 
zeichnete Preisbildung der Kürze halber als eine Preisbildung auf Grund 
des Kostenprinzips ($ 12) bezeichnen. Der Begriff der Tauschwirtschaft 
ist dabei in weitestem Sinne aufgefaßt, da wir nur die für die Tausch- 
wirtschaft wesentlichen Voraussetzungen gemacht haben, daß innerhalb 
derselben selbständige Einzelwirtschaften bestehen, welche für ihre Ein- 
sätze im Produktionsprozeß Geldeinkommen beziehen, und welche ihre 
Konsumtion innerhalb der Grenzen der ihnen zur Verfügung stehenden 
Geldmittel selbständig regulieren und somit die Richtung der Produk- 
tion bestimmen. Unsere Ergebnisse gelten also für jede Tauschwirt- 
schaft unabhängig von ihrer speziellen Organisationsform und Rechts- 
ordnung. Es muß nun offenbar die Verwirklichung des allgemeinen wirt- 
schaftlichen Prinzips für jede Tauschwirtschaft wesentliche Bedeutung 
haben, da doch der Grad der Vollendung, mit welcher diese Aufgabe 
gelöst wird, die Leistungsfähigkeit der betreffenden Wiritschaftsordnung 
mißt. Das Studium einer auf den genannten Prinzipien fußenden Preis- 
bildung muß deshalb, indem es die wesentlichen Vorgänge innerhalb 
einer Tauschwirtschaft, die den idealen Forderungen der Wirtschaft- 
lichkeit genügt, klarlegt, immer einen sehr wichtigen Platz in der 
theoretischen Ökonomie einnehmen. 
Wenn wir einen tieferen Einblick in das tatsächliche Wirtschafts- 
leben und in die bestehende wirtschaftliche Organisation gewinnen 
wollen, können wir indessen einer Untersuchung, inwieweit die Forderung 
der Wirtschaftlichkeit von dieser Tauschwirtschaft erfüllt ist, nicht ent- 
gehen. Zeigt eine solche Untersuchung, daß dies im wesentlichen der 
Fall ist, daß mit anderen Worten, unsere Tauschwirtschaft im wesent- 
lichen durch eine Preisbildung auf Grund des Kostenprinzips reguliert 
wird, dann bildet das Kostenprinzip den notwendig gegebenen Aus- 
gangspunkt für das Studium dieser Tauschwirtschaft. Dies bedeutet, 
daß wir bei der ersten grundlegenden theoretischen Untersuchung
	        
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