Full text: Theoretische Sozialökonomie

8 16. Prinzip der Knappheit. 
(7) Rı= 41, +QA2Az +... + QuAx 
Ra = A,2A, + A22Az +... + ApoAx 
R, = AA, + AA +... + AurApe 
Die A sind hier den Gleichungssystemen (5) und (4) gemäß Funk- 
tionen der p und somit nach dem Gleichungssystem (3) Funktionen 
der q. Das Gleichungssystem (7) enthält also als Unbekannte die 
r Preise der Produktionsmittel. Es hat auch r Gleichungen und ge- 
nügt somit im allgemeinen zur Bestimmung der Unbekannten. Sobald 
die Preise der Produktionsmittelbekanntsind, lassen sich dem Gleichungs- 
system (3) gemäß die Preise der fertigen Güter berechnen. Damit ist 
dann auch die Nachfrage in jeder Einheitsperiode nach jedem der 
fertigen Güter durch das Gleichungssystem (4) bestimmt. Folglich kann 
man die Ansprüche, die an die Produktion gestellt werden, berechnen. 
Die Gleichungen (5) zeigen, wieviel von jedem einzelnen Gute in jeder 
Einheitsperiode fertiggestellt werden soll, womit die Verteilung der 
Produktionsmittel auf die verschiedenen Produktionszweige bestimmt 
ist. Die Ansprüche, welche die fortdauernde, durch diese Preisbildung 
geregelte Nachfrage an die verschiedenen in einer bestimmten Einheits- 
periode vorhandenen Produktionsmittel stellt, sind nach den Formeln (6) 
zu berechnen. Die Übereinstimmung dieser Ansprüche mit den zur Ver- 
fügungstehenden Mengen der Produktionsmittel ist durch das Gleichungs- 
system (7) gewährleistet. Das Preisbildungsproblem ist also für den hier | 
betrachteten Fall vollständig gelöst. / 
Unsere Gleichungen zeigen die wahre Natur der Preisbildung, und 
der Preisbildungsprozeß kann in keiner einfacheren Weise exakt wieder- 
gegeben werden. Die Nachfrage nach einem fertigen Gute stellt ein 
Streben dar, gewisse Produktionsmittel zu einer bestimmten Verwen- 
dung zu ziehen. Diesem Streben stehen jedoch ähnliche Bestrebungen 
gegenüber seitens der Nachfrage nach den übrigen fertigen Gütern. 
Es entsteht in dieser Weise ein Kampf um die knappen Produktions- 
mittel, welcher in der Tauschwirtschaft dadurch entschieden wird, daß 
auf die Produktionsmittel gleichförmige Preise gesetzt werden, die ihrer- 
seits die Preise der Produkte bestimmen und somit ein Mittel zur 
nötigen Beschränkung der Nachfrage bilden. Die von der fortlaufenden 
Nachfrage nach jedem einzelnen Produkt herrührende Nachfrage nach 
einem bestimmten Produktionsmittel sammelt sich für jede Einheits- 
periode zu einer Gesamtnachfrage nach diesem Produktionsmittel, die 
von den rechten Seiten unseres Gleichungssystems (7) dargestellt wird, 
und die bei Gleichgewicht gleich der gegebenen Menge des Produktions- 
mittels sein muß. Eine solche Gleichung muß für jedes Produktions- 
mittel gelten. 
Es ist sehr viel darüber gestritten worden, welche die Bestimmungs- 
gründe der Preise sind. Diese Frage läßt sich jetzt beantworten. Die 
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