Object: Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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Zuwachs hmzugekommen. Wenn in den spätem Phasen der 
^ntwicklung des Careyschen Systems eine Abhängigkeit von 
den jeweiligen Erfahrungseindrücken, namentlich von den auf 
le Tarifänderungen folgenden Thatsachen, maassgehend wer 
den konnte, so lag dies wesentlich in der Methode. Da o-ute 
quantitative Feststellungen, die aus richtigen Gesichtspunkten 
vorgenommen werden, so äusserst selten sind, so ist hier für 
das kritische Verhalten in der Gewinnung der Wahrheiten 
kaum ein Anknüpfungspunkt vorhanden. Auch ist die Ge 
schichte nicht so reich an zuverlässigen Thatsachen eigentlich 
volkswirthschaftlicher Art, um darauf hinlängliche Kennzeich 
nungen der Zustände im Sinne exacter Induction gründen zu 
können. Dessenungeachtet ist es ein grosser Vorzug des Oa- 
icyscheii Systementwurfs, die inductiven Elemente der Anschau 
ung nach Kräften zu einem Gosammthilde von Geschichte und 
Gegenwart componirt zu haben. Auf einem andern Gebiet 
hatte Descartes in seiner Art etwas Aohnliches gethan, indem 
er die äussern Grundzüge der Natur in den Kähmen eines 
Schematismus brachte, der die Thatsachen unmittelbar und in 
pringer Zergliederung in sich aufnahm. Wurde auch hier 
keine eigentliche Induction, sondern eher das Gegentheil ins 
Spml gebracht, so ergab sich doch ein geschichtlich lehrreiches 
Beispiel von der Wirksamkeit derjenigen aus thatsächlichen 
Anschauungen gewebten Entwürfe, die dem Bedürfhiss einer 
universellen Zusammenfassung entgegenkommen. 
Die Nothwendigkeit, die Verhältnisse der verwickelten Zu 
stände zerlegend zu trennen, hat sich auch in der Careyschen 
Speculation nicht verleugnet, wie der schon angeführte Tropus 
vom Robinson als dem Wirthschaftssubject hinreichend beweist. 
Indessen hat der praktische Zug der Entwicklungen auf eine 
andere methodische Wendung verzichten lassen, die, nebenbei 
emerkt, in ihrer vollen Reinheit der gesummten gegenwärti 
gen Oekonomistik abhanden gekommen ist. Die Ilume-Smith- 
sche Methode, von den kreuzenden Einflüssen der speciellen 
Gesetzgebung abzusehen und sich, freilich stillschweigend auf 
der Grundlap des Lohnsystems, eine universelle im freien 
Verkehr befindliche Wirthschaftsgesellschaft zu denken, war 
für die Schlussmöglichkeiten von grosser Tragweite. Sie lässt 
sich wissenschaftlich nicht entbehren, sondern muss nur noch 
ladicalcr gestaltet werden, und der Careysche Ans^iruch, un-
	        
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