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Quellen im einzelnen nachgewiesen worden**), so daß ich mich hier
mit dem Verweis auf sie begnügen kann. Und der Verfasser der
älteren von beiden, J. W. Thompson, hat 1915, bevor Pirennes
Thesen aufgestellt wurden, gerade das bestritten, was dieser als
entscheidend betrachtet: „Selbst in der härtesten Periode des Mittelalters“,
sagt er, „kehrte Frankreich nicht gänzlich zu einer rein landwirtschaftlichen
Organisation der Gesellschaft zurück. Die Meinung
jener Wirtschaftshistoriker, die behaupten, daß die sog. geschlossene
Hauswirtschaft der Fronhöfe eine Illusion sei, werde durch die,
wenn auch mageren Quellen des 9. Jahrundertes bestärkt und gefestigt®).“
Ich will hier nur einige Hauptpunkte besonders noch berühren
und an der Hand der Quellen untersuchen, die Pirenne speziell
hervorgehoben hat. Einmal: der Handel der Karolingerzeit nehme
einen so winzigen Platz im Wirtschaftsleben ein, daß man ihn als
bedeutungslos betrachten könne. Im Süden seien die Häfen des
Mittelmeeres vollkommen gesperrt. Um Häfen zu finden, die sich
noch dem Außenhandel eröffneten und auf ihre Nachbarschaft einwirkten,
müsse man nach dem äußersten Norden Galliens gehen.
Tatsächlich waren noch im 9. Jahrhunderte, u. zw. nicht nur
unter Karl d. Gr., die südfranzösischen Häfen doch noch wichtige
und belebte Handelsplätze, wie die Urkunde König Bosos von
Niederburgund (879—890) für die Kirche von Arles beweist®*).
Wenn auch Plünderungen durch die Sarazenen wiederholt stattfanden,
so darf man sich die Sachlage doch keineswegs so vorstellen,
als ob es dort im 9. Jahrhunderte überhaupt keinen Handel mehr
gegeben hätte.
Viel ausgedehnter und verheerender waren die Einfälle der
Sarazenen doch später, am Beginn des 10. Jahrhundertes®), Poupardin,
ein sehr guter Kenner der Quellen, hat geurteilt, man
könne nicht annehmen, daß im Jahre 923, als der Bischof von
®) J-W. Thompson, The commerce of France in the ninth century, The
Journal of Political Economy 23, 857 ff. (1915), sowie P. Kletler, Nordwesteuropas
Verkehr, Handel und Gewerbe im frühen Mittelalter. Wien 1924
(Deutscher Kultur, Histor. Reihe, herausg. v. A. Dopsch 2).
3) A.a.O. S. 887.
%) Bouquet, Recueil 9, 686: portum etiam Arelatensem tam ex Graecis
quam ex aliis advenientibus hominibus, necnon et teloneum simul cum moneta.
%) Vgl. R. Poupardin, Le Royaume de Provence sous les Carolingiens.
[901, D. 260.