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Nach diesen Gründen ist unser Diagramm (Fig. 1) gezeichnet.
Sämtliche Ziffern für das allgemeine Preisniveau sind also in Pro-
zenten des Normalniveaus, welches der Sauerbeckschen Ziffer 76 ent-
spricht, ausgedrückt.
$ 54. Preisniveau und relative Goldmenge.
Wir haben gefunden, daß die Analyse der Faktoren, die Ver-
änderungen im allgemeinen Preisniveau hervorbringen, sobald die Gold-
währung in Betracht kommt, nicht bei der Geldmenge stehen bleiben
kann, sondern von der Geldmenge auf die ganze Goldmenge der Welt
ausgedehnt werden muß. Es ist also hier zunächst nötig, einen all-
gemeinen Überblick über die Entwicklung der Goldvorräte der Welt zu
gewinnen. Der gesamte Goldvorrat der Welt für das Jahr 1850 sei
dabei auf 10 Milliarden Mark veranschlagt. Wenn Lexis’ Schätzung
des gesamten Goldvorrats für das Jahr 1848 auf 9560 Millionen Mark)
annähernd richtig ist, dürfte die genannte Zahl für 1850 (und zwar für
den Schluß dieses Jahres) angenommen werden können. Für die Be-
rechnung des späteren Zuwachses des Goldvorrats ist hier nach Lexis
ein jährlicher Gesamtverlust von 2 pro Mille des jeweiligen Gesamt-
vorrats vorausgesetzt. Die Produktion ist für die Zeit von 1851 bis
1875 mit ihren fünfjährigen Summen, für die folgende Zeit mit ihren
jährlichen Beträgen (nach Helfferich und dem statistischen Jahrbuch
für das Deutsche Reich) in Betracht gezogen. Für die fünfjährigen
Perioden ist die Abnutzung gleich 1 Prozent des Gesamtvorrats am
Anfang der Periode angenommen. Nach 1875 ist der jährliche Gold-
verlust mit 2 pro Mille des Vorrats am Jahresanfang in Abzug gestellt.
Für die Zeit vor 1850 ist des Zusammenhangs wegen die Produktion
für zehnjährige Perioden vom Goldvorrat im Jahre 1850 abgezogen,
wobei für jede Periode 2 Prozent des Vorrats am Anfang der Periode,
sowie auch 2 Prozent der halben Produktion der Periode als Verlust
der Periode dem Anfangsvorrat zugerechnet sind. Die Ziffer, die man
in dieser Weise für 1800 bekommt, 7535 Millionen Mark, ist etwas
niedriger als die von Lexis angegebene Ziffer 7940 Millionen Mark,
der Unterschied ist aber von keiner Bedeutung. Für 1890 hatte Lexis
die Ziffer 28560 Millionen Mark angenommen, während unsere Rechnung
die Ziffer 28775 Millionen Mark ergibt.
Das Ergebnis unserer Berechnungen ist im Anhang in der Tabelle 2
(„die Goldmenge der Welt“) unter dem Titel „Faktische Goldmenge“‘
zusammengestellt und hier in unserem Diagramm (Fig. 2) graphisch
') Handwörterbuch der Staatswissenschaften. Il. Aufl. Art. Gold und Gold-
währung.
Cassel, Theoret, Sozialökonomie. 4. Aufl.
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