$ 6. Die gleichmäßig fortschreitende Wirtschaft. ‘
nur eine gewisse Menge materieller Güter in der Wirtschaft vorfinden,
aber keine Dienste. Das materielle Gut existiert nämlich als solches
in einem gegebenen Augenblick, der Dienst dagegen wird in einer gewissen
Zeitperiode vollzogen, in dem gegebenen Augenblick sind nur
die Personen und die Güter vorhanden, welche die Dienste leisten.
Dies ist die Ursache, warum die Dienste nicht im Realvermögen mitzählen,
wohl aber einen Teil des Realeinkommens bilden. Die Dienste,
die der unmittelbaren Bedürfnisbefriedigung dienen, schaffen also nichts,
das je in der Inventaraufnahme wiedergefunden werden könnte. Man
irrt sich kaum, wenn man die oben kritisierte Lehre von der Unproduktivität
solcher Dienste in Verbindung mit diesem Umstand setzt.
Das Realeinkommen dagegen bezieht sich begrifflich auf eine gewisse
Zeitperiode. Die Menge der Dienste und materiellen Güter, die
aus der Produktion an die Konsumtion übergehen, kann nur in Relation
zu einer kürzeren oder längeren Zeit angegeben werden. Beispielsweise
kann man dieses Einkommen auf das Jahr beziehen und also von einem
Jahreseinkommen sprechen.
Das Realeinkommen der stationären Wirtschaft, sagen wir pro
Jahr gerechnet, kann nur unter der Voraussetzung immerfort erhalten
werden, daß der Produktionsprozeß unverändert fortgesetzt wird. Die
unveränderte Fortsetzung des Produktionsprozesses unter Aufrechterhaltung
des einmal vorhandenen Realkapitals ist aber keineswegs
eine mechanische Notwendigkeit, sie erfordert vielmehr eine darauf
gerichtete Leitung der Produktion. Die ganze stationäre Wirtschaft ist
von diesem Gesichtspunkt das Ergebnis einer bestimmten Willensrichtung
der wirtschaftenden Menschen. Die notwendigen Bedingungen
des fortgesetzten Beziehens eines bestimmten konstanten Realeinkommens
sind also folgende:
1. Das Vorhandensein von Grund und Boden und Naturmaterialien in
einer gewissen Ausdehnung.
2. Das Vorhandensein eines gewissen Realkapitals.
3. Eine solche Leitung des Produktionsprozesses, die das Realkapital
unverändert erhält.
4. Eine gewisse Jahresmenge von Arbeitsleistungen.
$ 6. Die gleichmäßig fortschreitende Wirtschaft.
Die stationäre Wirtschaft ist eine erste Abstraktion, deren Studium
eine wichtige Bedeutung hat für die Klarlegung einiger für jede Wirtschaft
fundamentalen Vorgänge. Indessen gibt es auch einige für die
Wirtschaft im allgemeinen sehr wichtige Erscheinungen, die in der stationären
Wirtschaft nicht hervortreten, die vielmehr mit dem Fortschritt
wesentlich verknüpft sind und deshalb nur in der fortschreitenden Wirtschaft
beobachtet werden können. Indem wir jetzt dazu übergehen,
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