Kap. XI. Der Geldwert.
gegenwärtigen Stand der Statistik nicht hoch. gestellt werden. Einen
ür unseren Zweck brauchbaren Index der Veränderungen der ge-
samten Zahlungsleistung besitzen wir aber in den Ziffern des Clearin
in den Vereinigten Staaten und in England.
Die Clearingsziffern können im großen als ein Maß der Zahlungen
durch Schecks betrachtet werden. Die Scheckzahlungen wieder bilden
in den genannten Ländern den weitaus größten Teil sämtlicher Zah-
Jungen. Für die Vereinigten Staaten und das Jahr 1909 hat Fisher,
wie schon. oben bemerkt, die. Scheckzahlungen auf 353 Milliarde
Dollars, die übrigen Zahlungen dagegen nur auf 34 Milliarden Dollars;
geschätzt. Die Scheckzahlungen sind also nach dieser Schätzung mehr
als zehnmal so groß wie die übrigen Zahlungen. Da außerdem die
übrigen Zahlungen den Bewegungen der Scheckzahlungen in den
erschiedenen Konjunkturen in der Hauptsache folgen müssen, kan
man ohne absehbaren Fehler die Scheckzahlungen als einen Index
ür die Gesamtzahlungen anwenden, folglich auch die Clearingsziffern
als einen Index der Gesamtzahlungen in dem betreffenden Lande gelten
lassen. Dies ist selbstverständlich nur erlaubt in bezug auf die Schwan-
kungen der Zahlungsleistung innerhalb kurzer Perioden, also wenn
vir die Bewegungen der Zahlungsleist@#ng in Zusammenhang mit den
onjunkturbewegungen untersuchen. Für längere Perioden kann sich
dagegen leicht eine Verschiebung im Verhältnis zwischen Scheck-
ahlungen und den übrigen Zahlungen bemerkbar machen.
Um einen mit der Kurve des reduzierten Preisniveaus direkt ver-
gleichbaren Index des Clearingverkehrs zu gewinnen, können wir die
Clearingsziffern mit der faktischen Goldmenge jedes Jahres dividieren,
Dadurch eliminieren wir den Einfluß der sekulären Bewegungen des
allgemeinen Preisniveaus auf die Clearingsziffern, insofern nämlich, al
diese Bewegungen von der relativen Goldversorgung abhängen. Gleich-
eitig wird, wie wir gleich sehen werden, die Steigerung der Clearings-
ziffern durch die ganze Periode aufgehoben, wodurch die jährlichen
Schwankungen der Clearingskurve unmittelbar mit den entsprechenden
Schwankungen des allgemeinen Preisniveaus zusammengestellt werden
;‚önnen. Zu diesem Zwecke ist nur noch nötig, daß die Clearings-
iffern in Prozenten eines gewissen Normalniveaus dargestellt werden.
Demgemäß sind die Londoner Clearingsziffern für die Periode 1870 bis
19101) zunächst mit der Goldmenge jedes Jahres dividiert, sodann
diese Quoten in Prozenten ihres Durchschnitts für die ganze Periode
ausgedrückt worden. Dieser Durchschnitt ist also mit der Ziffer 100
bezeichnet. Ähnlich wurden die New-VYorker Clearingziffern?) be-
handelt. Das Ergebnis ist in unserem Diagramme (Fig. 5) dargestellt.
Für die Ziffern siehe Anhang, Tab. 3.)
) Bulletin de la statistique generale de la France. T. I, p. 212.
?) Statistical Abstract of the United States, 1910, p. 570.
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