Full text: Theoretische Sozialökonomie

67. Die Arbeitslosigkeit. 
ruppe A 15,3% und in den Baugewerben 8,2 % erreichte, beschränkte 
ie sich in der Gruppe E auf 3,3%. Ähnlich war der Zustand 1908, 
o die Arbeitslosigkeit der Gruppen A und B 12,5 resp. 11,6% betrug, 
ährend sie in der Gruppe E nur die Ziffer 2,9 erreichte. Diese Ziffern 
ind offenbar eine sehr gute Bestätigung der Ergebnisse, zu denen 
nsere früheren Untersuchungen geführt haben, nämlich, daß die 
onjunkturbewegungen ihrem innersten Wesen nach Schwankungen 
in der Produktion von festem Kapital sind und höchstens sekundär die 
übrigen Produktionszweige beeinflussen. Es liegt in der Natur der hier 
erwendeten Statistik, daß sie diesen verschiedenartigen Charakter der: 
eiden Hauptgruppen von Industrien nur in den Depressionsperioden 
ervortreten läßt. Denn in den Hochkonjunkturen sinkt die eigentliche 
rbeitslosigkeit in allen Industrien praktisch auf Null, und die Arbeits- 
osenstatistik enthält uns die großen Steigerungen der Zahl der be-. 
chäftigten Arbeiter vor, die besonders die kapitalproduzierenden Indu-- 
trien in den Hochkonjunkturen zeigen. 
Das englische Handelsdepartement veröffentlicht auch eine monat-. 
iche Statistik der Arbeitslosigkeit in gewissen Fachverbänden, die 
ihren Mitgliedern Arbeitslosenunterstützung gewähren (s. Tabelle S. 512). 
jese Statistik hat ihre eigentliche Bedeutung als Symptom der Kon- 
unkturen und stellt eine Art Krisenbarometer dar. Wenn z. B. die 
rbeitslosenziffern im zweiten Halbjahr 1907 die entsprechenden 
iffern des Vorjahres überstiegen haben, so war dies schon als ein 
eichen der Wendung der Konjunktur aufzufassen, wenn auch diese 
endung in voller Schärfe erst von Anfang 1908 an in den Arbeits- 
osenziffern zutage trat. Andererseits läßt ein Rückgang des Arbeits- 
osenprozentsatzes auf eine Verbesserung der Konjunktur schließen. 
om August 1909 an war ein solcher Rückgang zu beobachten, wonach 
uch tatsächlich eine Aufschwungsperiode folgte. Die Arbeitslosigkeit 
erändert sich natürlich mit der Jahreszeit, und zwar so, daß die Höchst 
sätze gewöhnlich am Ende des Jahres erreicht werden. Der Regel nach 
ind also die Dezemberziffern höher als die Durchschnittsziffern für 
das ganze Jahr. Wenn von dieser Regel eine Ausnahme, wie in den: 
Jahren 1905 und 1909, stattfindet, scheint dies ein sehr zuverlässiges. 
eichen eines bevorstehenden Aufschwungs zu sein. 
(Siehe Tabelle S. 512) 
ür Deutschland veröffentlicht das Reichsarbeitsblatt seit 1903 eine: 
ortlaufende Statistik über die Arbeitslosigkeit in deutschen Fach-- 
erbänden. Die Zahl der Arbeitslosen am Orte und auf der Reise im 
erhältnis zur Zahl der Mitglieder der berichtenden Verbände wird für 
en Schluß der letzten Woche jeden Monats angegeben. Es werden 
hier die entsprechenden Ziffern für die Monate März, Juni, September 
und Dezember seit Anfang der Statistik wiedergegeben!) (zweite Tabelle) z 
BL !) Reichs-Arbeitsblatt, X. Jahrgang, Nr. 4 p. 264. 
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