Full text: Theoretische Sozialökonomie

71. Die Warenpreise. 5 
ein Bild vom herabgesetzten Beschäftigungsgrade der Depression haben 
ollen. _ 
| Zur näheren zeitlick en Bestimmung der Preisbewegungen inner- 
halb der Konjunkturperiode können wir uns der monatlichen Index- 
ziffern der deutschen Warenpreise bedienen!). Für die Warengruppe 
„Metalle‘‘ stieg diese Indexziffer von 132,83 im Februar 1906 auf ein 
Maximum von 163,35 im Januar 1907, um darauf bis zu einem Minimum 
von 119,31 im Juli 1908 wieder zu fallen. Dieser Preisfall hat sich 
icht in gleichmäßigem Tempo vollzogen. Im ersten der drei Halbjahre, 
also bis Juli 1907 betrug der Preisfall nur 8,26, dagegen im zweiten 
29,88, im dritten 5,90. Der Hauptteil des Preisfalls. fand also im 
zweiten Halbjahr 1907 statt und war innerhalb dieses Halbjahres 
etwas stärker auf das letzte Viertel verteilt. Die niedrigste Ziffer für 
906, nämlich die für Februar angeführte, wurde erst im Dezember 
1907 unterschritten. Der Rückgang vom höchsten Preise der Hoch- 
konjunktur hat also eine geraume Zeit vor der Krise (Oktober 1907) 
begonnen, die Preissteigerung der eigentlichen Hochkonjunktur ist aber 
erst nach der Krise ausgeglichen, der Rückgang unter die Anfangs- 
ziffern von 1906 beginnt erst mit Dezember 1907. Ähnlich erreichte die 
genannte Indexziffer ein Maximum im Oktober: 1912‘ mit - 166,27, 
ährend die damalige Hochkonjunktur sich bis in den Herbst 1913 er- 
streckte, wo auch der Preisfall zum weitaus größten Teil stattfand. 
September 154,20 bis Dezember 137,05.) / 
Die Totalindexziffer steigt von 109,33 im Februar 1906 auf 122,40 
im Juli 1907, um dann auf 107,79 im Dezember 1908 zurückzufallen. 
on da an steigt sie wieder bis auf ein Maximum von 132,54 im Mai 
1912. Man sieht, wie wesentlich schärfer die Preise der Metalle vom 
onjunkturwechsel beeinflußt werden als die Totalindexziffer, 
‚Ähnliche Beobachtungen können wir für die Vereinigten Staaten 
machen. Der Monats-Durchschnittspreis von Bessemer-Roheisen in 
Pittsburg?) stieg von einem Minimum von 18,10 im Mai 1906 zu einem 
aximum von 24,27 im Juni 1907 und sank darauf bis zu einem Mini- 
mum von 15,71 im Oktober 1908. Es ist sehr bemerkenswert, daß die 
eftige Krise des Herbstes 1907 den Roheisenpreis nur bis 19,34 (De- 
zember 1907) herunterbrachte, ein Preis, welcher im ersten Halbjahr 
1906 überhaupt nicht erreicht war, und welchen erst die starke Hoch- 
konjunktur vom September 1906 an zu übersteigen vermocht hatte. 
Die folgende Hochkonjunktur brachte den Preis wieder auf ein Mäaxi- 
mum von 18,15, welches schon im Dezember 1912 erreicht war. «nm 
Wir können also als allgemeines Ergebnis feststellen, daß hohe 
der wenigstens gute Preise für die Materialien des festen Kapitals 
is zum letzten Moment der Hochkonjunktur, zuweilen auch eine Zeit 
) Pohle: Monatliche Übersichten. 
Nach derselben Quelle. 
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