Object: Die drei Nationalökonomien

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Gebaren einer Bankengruppe ebenso und stärker „Geschichte“ 
machen kann,,wie ein Staatsvertrag oder cine siegreiche Schlacht. 
Die Unterscheidung in „große“ und „kleine“, „echte“ und „unechte“, 
„politische“ und „Kulturgeschichte“ ist wohl nur der Ausfluß einer 
Ressentimentstimmung einer Forschergeneration gewesen, die auf 
dem Gebiete der Diplomatie zu Hause war und von der übrigen Welt 
nur nebelhafte Vorstellungen hatte. (Ranke!) 
Überdies müssen wir uns gegenwärtig halten, daß alles, was ver- 
wirklicht ist, auch wirkt: das Kleinste wie das Größte, und daß einmal 
der triviale Satz gilt: „Kleine Ursachen — große Wirkungen“. Ich 
kann zwar vielleicht im einzelnen Falle bestimmen, was ein Ereignis 
„bewirkt“ hat, ich kann aber nicht ein für allemal bestimmte Tat- 
sachen oder Vorkommnisse als wirkende oder wirksame, andre als 
unwirksame bezeichnen. 
Kann ich also keine Sonderung des Stoffes nach Gegenständen 
vornehmen derart, daß der eine Teil der Wirklichkeit zur Geschichte 
vehörte, der andre nicht, so kann ich doch Sphären des geschicht- 
lichen Wirkens unterscheiden und damit der Geschichtswissenschaft 
nützliche Fingerzeige geben. 
Ich kann zunächst den Begriff einer fiktiven „Gegenwart“ bilden, 
indem ich darunter diejenige Zeitspanne der Vergangenheit (und Zu- 
kunft) verstehe, in der die Daseinsbedingungen annähernd dieselben 
zewesen sind (und sein werden) wie im Augenblick, im „Jetzt“ des 
„Lebens“. Auf das Wirtschaftsleben bezogen, würde das also die- 
jenige „Epoche“ oder „Periode“ sein, in der annähernd gleiche 
Wirtschaftsgesinnung, gleiche Ordnung und gleiche Technik, herr- 
schen, in der, kurz gesagt, ein bestimmtes Wirtschaftssystem oder 
mehrere sich auswirken. Diese Epoche bleibt so lange „Gegenwart“ 
_ auch in der Zukunft —, als die Daseinsbedingungen sich nicht 
wesentlich ändern. 
Von dieser fingierten „Gegenwart‘“ aus (daß in Wirklichkeit die 
„Gegenwart“ nicht über eine Zeitspanne von auch nur der aller- 
geringsten Länge sich ausdehnt, bedarf keiner besonderen Begrün- 
dung) kann ich dann die Tatsachen der Vergangenheit bestimmen. 
Daß jede Wirklichkeit immer nur Vergangenheit sein kann, ist eben- 
falls einleuchtend. Aber es gibt Vergangenes, das weiter wirkt, das
	        
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