Full text: Theoretische Sozialökonomie

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erbessert und zur allgemeinen wirtschaftlichen und kulturellen Ent- 
icklung des Landes beigetragen haben, ohne daß dadurch irgendwelche 
Last auf die Arbeiter in den Extraktivindustrien gelegt wäre. Ohne 
Zweifel hat der Zollschutz, der in Wirklichkeit bestanden hat, die Lehens- 
kosten der Arbeiter in den Holz- und Erzexportindustrien erhöht. Aller 
ahrscheinlichkeit nach vermochten aber die Arbeiter dieser Indu- 
strien diese Erhöhung auf die Unternehmer abzuwälzen, mit dem Er- 
gebnis, daß der Zollschutz aus den Naturschätzen bezahlt werden mußte. 
Infolge des Zollschutzes wurde natürlich der Abbau der Naturschätze 
weniger lohnend als er sonst gewesen wäre, und es ist möglich, daß die 
Entwicklung der entsprechenden Exportindustrien dadurch etwas ge- 
hemmt worden ist. Dies hat aber keinen Einfluß auf die wirtschaft- 
liche Entwicklung gehabt. Denn der Staat hat aus anderen Gründen, 
nämlich aus berechtigter oder unberechtigter Sparsamkeit mit den 
Naturmaterialien, dem Abbau derselben eine bestimmte Begrenzung 
gesetzt. Das gewöhnliche Argument der Freihandelstheorie, daß die 
nichtgeschützten Industrien bei Freihandel eine stärkere Entwicklung 
bekommen hätten, trifft also hier nicht zu. Der größere Gewinn, der 
bei Freihandel den extraktiven Industrien zugefallen wäre, wäre vielleicht 
nicht im Lande geblieben, sondern zu Kapitalanlagen im Auslande ver- 
wendet. Gleichzeitig würde der wirtschaftliche Druck auf die in den 
Extraktivindustrien nicht beschäftigte Bevölkerung wahrscheinlich eine 
gesteigerte Auswanderung veranlaßt haben. Das Endergebnis wäre 
dann, daß das Land sowohl an Bevölkerung wie an Kapital ärmer ge- 
esen wäre. Voraussichtlich wären gewisse Gegenden des Landes, die 
on den Extraktivindustrien keinen Nutzen haben, sehr arm geblieben, 
und gewisse Gruppen von Arbeitern, besonders vielleicht weiblichen, 
in sozialpolitisch bedenkliche Lebensverhältnisse herabgedrückt. Es 
cheint wahrscheinlich, daß der Zollschutz in dieser Beziehung gewisser- 
maßen als ein sozialpolitischer Schutz gewirkt und Schädlichkeiten, die 
dennoch nicht ganz zu entgehen waren, jedenfalls nicht unwesentlich 
gemildert hat. Die allseitigere Entwicklung des schwedischen Wirt- 
schaftslebens, die unter dem Zollschutz möglich war, hat wohl auch dazu 
beigetragen, das innere Transportwesen des Landes aufseine gegenwärtige 
Höhe zu bringen. Man kann also sagen, daß Schweden seine reichen 
Naturschätze zum Teil dazu verwendet hat, die soziale und wirtschaft- 
liche Entwicklung des Landes günstiger zu gestalten, als sie ohne Ein- 
greifen des Staates hätte sein können. Der Zollschutz hat ungefähr so 
gewirkt wie eine Besteuerung der Naturschätze des Landes zur Förde- 
rung der hier angedeuteten sozialpolitischen und wirtschaftlichen Ziele, 
Diese Analyse der wahrscheinlichen Wirkungen des schwedischen 
ollschutzsystems hat eine wichtige prinzipielle Bedeutung. Sie soll 
öer gar nicht als eine Darstellung einer zielbewußten Politik aufgefaßt 
werden. Die Zollpolitik Schwedens: ist ebenso unklar und von zu- 
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