$ 8. Kapital und Einkommen in der Geldwirtschaft. A)
men dieser Gesamtwirtschaift, so ist dieses Einkommen offenbar gleich
dem in Geld ausgedrückten Wert des innerhalb der Periode verbrauchten
Realeinkommens der Gesamtwirtschaft mit Zuschlag des Schlußkapitals
und mit Abzug des Anfangskapitals derselben, also auch gleich dem
Wert des Realverbrauches mit Zuschlag der Kapitalvermehrung inner-
halb der Periode (bzw. mit Abzug der Kapitalverminderung). Da nun
bei dieser Summierung die Forderungen und Schulden einander aus-
gleichen, und das Kapital der Gesamtwirtschaft gleich dem Gesamtwert
des Realkapitals und des Grund und Bodens derselben ist, so folgt, daß
das Einkommen der Gesamtwirtschaft gleich ist dem Wert des Real-
verbrauches mit Zuschlag des Betrages, mit welchem der Gesamt-
wert des Realkapitals und des Grund und Bodens am Ende der Periode
den entsprechenden. Wert am Anfang der Periode überschreitet. Daraus
folgt nun der wichtige Satz, daß das Einkommen der Gesamt-
wirtschaft genau hinreicht, um den ganzen Realverbrauch
und außerdem noch den Überschußwert des Realkapitals
und des Grund und Bodens zu bezahlen.
Fassen wir speziell den einfachen Fall ins Auge, daß alle Einheits-
preise in der Periode unverändert geblieben sind, so ist der letztgenannte
Überschußwert offenbar gleich dem Werte der Vermehrung des Real-
kapitals innerhalb der Periode. Die Summe des Realverbrauchs und
der Vermehrung des Realkapitals ist aber nach unserer Definition (S. 33)
das Realeinkommen. Unter der genannten Voraussetzung können wir
also unseren Satz so formulieren, daß das in Geld ausgedrückte
Einkommen der Gesamtwirtschaft in jeder gegebenen
Periode genau hinreicht, um das ganze Realeinkommen
zukaufen. Nunstellt das Realeinkommen das Ergebnis der Produktion
während der Einkommensperiode dar. Das Geldeinkommen kauft
also dieses Ergebnis der Produktion!). Dieser Satz ist auch
richtig für den Fall, daß sich der angenommene Überschuß in ein Defizit
verwandelt hat, daß mit anderen Worten das Schlußkapital kleiner als
das Anfangskapital ist und die Gesamtwirtschaft also teilweise von
ihrem Kapital gelebt hat. In diesem Falle ist nämlich das Realeinkommen
offenbar gleich dem Realverbrauch mit Abzug der Verminderung des
Realkapitals. Nur der Rest ist als Ergebnis der Produktion während
der Einkommensperiode aufzufassen. Der Satz hat also allgemeine
Gültigkeit unter der Voraussetzung konstanter Einheitspreise.
Bei Behandlung von Fragen, die das Einkommen der Gesam*wirt-
schaft berühren, ist diese Voraussetzung, daß die Preise in der betreffen-
den Einkommensperiode konstant bleiben, eigentlich notwendig, denn
ohne sie wird die konkrete Bedeutung des Gesamteinkommens schwer-
1) Über die Bedeutung einer Vermehrung des materiellen Geldes siehe 8 48
am Ende.
Cassel, Theoret, Sozialökonomie. 4. Aufl.
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