Full text: Theoretische Sozialökonomie

80 Kap. III. Das wirtschaftliche Prinzip in der Tauschwirtschaft. 
fertigen Gütern, und diese Nachfrage bleibt dann ebenfalls unverändert. 
Die fortdauernde Produktion dieser Güter erfordert eine stetige Zufuhr 
von elementaren Produktionsmitteln in bestimmten Mengen, welche 
mit den tatsächlich zur Verfügung stehenden übereinstimmen müssen. 
Diese Bedingungen genügen, um die Preise sowohl der Produktions- 
mittel wie der fertigen Güter zu bestimmen. 
Da die Vergangenheit für die Wirtschaft prinzipiell ohıne-Bedeutung 
ist, muß diese Analyse eigentlich mit der Jetztzeit beginnen. Wir haben 
dann im gegenwärtigen Augenblick einen Querschnitt durch die Tausch- 
wirtschaft zu legen. Dieser Querschnitt zeigt das Vorhandensein einer 
gewissen Menge von Realkapital, welches, da seine Entstehung nicht 
weiter zu analysieren ist, den elementaren Produktionsmitteln gleich- 
gestellt werden muß. Wenn aber dieses Realkapital unterhalten wird, 
oder wenn neues Realkapital zum Ersatz desselben’ produziert wird, 
müssen bei Gleichgewicht die Preise des jetzt vorhandenen Realkapitals 
mit den Preisen des im folgenden Produktionsprozeß entstehenden über- 
einstimmen. Insofern wird also die Preisbildung auf die Preise der 
immer neu zuströmenden elementaren Produktionsmittel zurückgeführt. 
Nur die heute vorhandenen Realkapitalien, die ewig dauern, sind deshalb 
vom Gesichtspunkte der Preisbildung als selbständige elementare Pro- 
duktionsmittel zu betrachten. Sie sind aber dem Grund und Boden 
gleichzustellen. 
In der gleichmäßig fortschreitenden Wirtschaft befinden sich sowohl 
die Zufuhr von elementaren Produktionsmitteln wie auch die Abliefe- 
rung von fertigen Gütern in einem stetigen Anwachsen. Die künftige 
Nachfrage ist da eine andere als die gegenwärtige, und diese Tatsache 
kann bei der Darstellung des Zusammenhangs der Preisbildung nicht 
übersehen werden. Für die Lösung des Problems hat man die Be- 
dingungen des Gleichgewichts der gleichmäßig fortschreitenden Wirt- 
schaft bei konstanten Preisen aufzustellen. Formell sind diese Be- 
dingungen dieselben wie die eben für die stationäre Wirtschaft ange- 
gebenen. Die Preise werden also auch in diesem Falle dadurch be- 
stimmt, daß die Nachfrage nach fertigen Gütern soviel beschränkt 
werden muß, daß sie mit Hilfe der zur Verfügung stehenden Produk- 
tionsmitteln befriedigt werden kann. Aber die Versorgung der Nach- 
frage mit fertigen Gütern geschieht hier in einem gleichmäßig wachsen- 
den Umfang, und die Zufuhr von Produktionsmitteln steigt in dem- 
selben Tempo. Die in der gegenwärtigen Einheitsperiode zur Ver- 
fügung stehenden Produktionsmittel müssen ausreichen für die An- 
sprüche, welche eine stetig wachsende Nachfrage von fertigen Gütern 
an die Produktionsmittel dieser Periode stellt. Die Nachfrage, welche 
da in Betracht kommt, gehört einer ganzen Reihe von Einheitsperioden 
von der Gegenwart bis weit in die Zukunft. Die Preise der Produktions- 
mittel müssen so hoch gesetzt werden, daß die auf Grund derselben
	        
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