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Untersuchung von Boden.
Setzungsfähigkeit u. dergl. wertvolle Winke. Aus diesen Gründen verlangt die
obenstehende Anweisung auch die Einsendung eines kennzeichnenden Narbenstückes
der betreffenden Moorflächen.
Die besprochenen Beobachtungen sind nur an der frischen Moorsubstanz mit
Sicherheit anzustellen und werden daher am besten vor jeder weiteren Verarbeitung
ausgeführt.
Der Wassergehalt der Moorprohen, soweit er sich von vornherein beurteilen
läßt, verdient ebenfalls Beachtung, da durch das Abzapfen des Wassers aus sehr
wasserreichen Mooren eine bedeutende Volumverminderung der Moormasse eintritt.
Im allgemeinen ist die Untersuchung der rein organischen und der mit
Mineralsubstanzen (Sand, Kalk, Ton) in größerer oder kleinerer Menge gemischten
sog. anmoorigen Böden gleich; vorteilhafterweise schenkt man jedoch diesen Ver
hältnissen schon bei der Vorbereitung zur Untersuchung Beachtung, da man dadurch
wertvolle Anhaltspunkte für die Untersuchung selbst erhält.
Die analytische Untersuchung der Bodenproben liefert nur dann sichere An
haltspunkte für den Vorschlag von Kultivierungsmaßnahmen, wenn es möglich ist,
die ermittelte Zusammensetzung mit derjenigen von Böden zu vergleichen, welche
schon in Kultur sind, deren Fruchtbarkeit bekannt und bei denen die Zweckmäßig
keit der Meliorierung durch den Erfolg bewiesen ist. Bei der außerordentlichen
Verschiedenheit der Moorböden in bezug auf den Zersetzungszustand, den Gehalt
an Mineralstoffen, die Dichtigkeit der Lagerung können jedoch die prozentigen
Zahlen der Untersuchung nicht viel besagen. Enthält z. B. ein mit Sand gemischter
Moorboden A in Prozenten der Trockensubstanz 1,5 °/ 0 Stickstoff, ein von Sand
freier B dagegen 3°/ 0 Stickstoff, so würde der Schluß, daß der letztere der an
diesem wichtigen Pflanzennährstoff reichere sei, durchaus unsicher sein, denn da
1 cbm des natürlichen Bodens A z. B. 680 kg feste Stoffe (trocken gedacht), 1 cbm
des Bodens B dagegen nur 250 kg feste Stoffe enthalten kann, so ergibt sich, daß
auf einem Hektar bis zur Tiefe von 20 cm an Stickstoff vorhanden sind
im Moorboden A 20400 kg,
„ „ B 15000 „
daß also entgegen der durch die prozentigen Zahlen gewonnenen Anschauung der
Boden A der stickstoffreichere ist.
Daher ist es, um eine sichere Vorstellung über die den Pflanzen in einer
bestimmten Schicht zugängliche Nährstoffmenge zu erlangen, bei den Moorboden
arten in noch viel höherem Maße als hei den mineralischen Böden notwendig, das
scheinbare spezifische Gewicht oder das Volumgewicht zu ermitteln.
Bei den unter Beachtung der oben gegebenen Anweisung entnommenen und
zur Untersuchung von auswärts eingeschickten Proben wird dieses nach dem an
der Moor-Versuchs-Station üblichen Verfahren in folgender Weise ausgeführt; Die
Moorprobe wird sorgfältig gemischt und mit den Händen so dicht zusammengepreßt,
als es ohne Aufbietung übermäßiger Kraft geht; nach Herstellung einer ebenen
Fläche wird aus dieser mit Hilfe einer vorher tarierten Blechform ein Würfel
von 10 oder 15 cm Höhe entsprechend 1000 hezw. 3375 com Inhalt ausgestochen,
gewogen, die Moorsubstanz auf Hürden flach ausgebreitet, im Trockenschrank hei
mäßiger Temperatur (90°) lufttrocken gemacht und nach dem Erkalten wieder
gewogen. Die Masse läßt sich dann leicht zerkleinern und mahlen. Hierzu
leistet eine Excelsiormühle für Hand- oder Maschinenbetrieb mit verstellbarer
Mahlscheibe vorzügliche Dienste, 1 ) vergl. auch unter „Futtermittel“. Die so ge'
J ) Zu beziehen von dem Grusonwerk Friedr. Krupp in Buckau-Magdeburg bez'tf-
Eisenwerk Gaggenau in Gaggenau (Baden).