Full text: Die Staatsausgaben von Großbritannien, Frankreich, Belgien und Italien in der Vor- und Nachkriegszeit

Die Ausgaben für das koloniale Verteidigungswesen betrugen für Großbritannien im Jahre 1912/13 
rund 2 346 000 £ und im Jahre 1925/26 11 235 000 £ (6 609 000 £ Vorkriegskaufkraft). 
Ein erheblich größerer Teil der Aufwendungen des Mutterlandes für die zivilen Ausgaben in den Kolonien 
besteht in Zuschüssen an die Kolonien zwecks Balancierung ihrer Etats, ohne daß ihr Verwendungszweck 
ersichtlich gemacht würde. Die Höhe der Zuschüsse betrug : 
1912/13 1925/26 
Original- Vorkriegs- 
ziffern kaufkraft 
in 1000 £ 
Cyper 144000 EEE EEE EEE Er 50 50 29 
Nasa RK 35 110 55 
Somallandı. hr rer — 
Tanganyika irren 350 
Nord-Rhodesia 1.40 er ren 100 
St. Helen 
Palästind ver er RE 292 
Nord-Nigerid 2.0. ua er en 242 — 
Wei-Hei-Wei rer ra 6 
rad 45 
HONngkOnE rer rer Ma ee ; 
ÄeN er r 109 
Insgesamt.... 420 1015 597 
d. Sonstige Ausgaben für Kolonialzwecke. 
Die sonstigen nicht sehr umfangreichen Ausgaben für koloniale Zwecke sollen teils die wirtschaftliche 
Entwicklung einzelner Teile des Kolonialreiches fördern, teils dienen sie dem wirtschaftlichen Austausche 
zwischen Mutterland und Kolonien, Im einzelnen ergeben sich nach den Etats die folgenden Aufwendungen: 
1912/18 1925/26 1925/26 
Original- Vorkriegs- 
ziffern kaufkraft 
in£ 
Westindien (Dampfersubsidien)!) ........ 12 000 = = 
Britisch-Ostafrika (Eisenbahn) .......... 23 500 == — 
Entomologisches Versuchsbureau......... 1.000 1.000 588 
Bureau zur Bekämpfung der Schlafkrankheit 1000 — 
Imperial Inslilule rn 2.000 9 000 5294 
Imperial Mineral Resources Bureau ...... — 3.500 2.059 
Imperial College of Tropical Agriculture . . , 7 a OR 1.177 
Insgesamt.... 39 500 15 500 9118 
Ill. Die Kolonialausgaben Frankreichs. 
a. Allgemeines. 
Frankreich ist von den hier behandelten Ländern die zweitgrößte Kolonialmacht. Sein Kolonialbesitz 
hatte schon im Jahre 1913 eine Ausdehnung von 11 048 584 qkm. Durch den Vertrag von Versailles 
wurden ihm von seiten des Völkerbundes Syrien, Togo und Kamerun als sogenannte Mandate über- 
tragen, so daß der Flächeninhalt des französischen Kolonialreichs auf 11 674 884 qkm stieg. Trotz dieses 
Zuwachses haben sich die Aufwendungen des Staates für seine Kolonien von 1914 auf 1925 nicht erhöht, 
wenn man die Kaufkraftverschiebung berücksichtigt. 
1) Diese Dampferlinien dienen zur Hebung des interkolonialen Verkehrs. Aus diesem Grunde sind die vom Mutterland gewährten Subsidien 
als Ausgaben für die Kolonien behandelt worden, 
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