Full text: Die Staatsausgaben von Großbritannien, Frankreich, Belgien und Italien in der Vor- und Nachkriegszeit

Die britischen Flotten waren auf die verschiedenen Stationen zu Beginn des Jahres 1926 wie folgt ver- 
teilt: 
1. Atlantische Flotte: 1 U-Bootflottille, 
7 Linienschiffe, davon 4 Schulschiffe, 2 Flugzeugträger, 
3 Schlachtkreuzer, 3. China: 
6 Kreuzer, 6 Kreuzer, 
4! Zerstörerflottillen zu je 9 Schiffen, 12 U-Boote. 
1 U-Bootsflottille, 4. Ostindien: 
1. Flugzeugträger. 3 Kreuzer. 
2, Mittelmeerflotte: 5. Afrika: 
6 Linienschiffe, 2 Kreuzer. 
10 Kreuzer, 6. Nordamerika—Westindien: 
6_Zerstörerflottillen, 4 Kreuzer, 
Die Flotten der britischen Tochterstaaten, die im Kriegsfalle zu den Streitkräften des Mutterlandes hin- 
zutreten, setzen sich wie folgt zusammen: 
1. die Australische Marine mit: 3. die Kanadische Marine mit: 
4 Kreuzern (außerdem 2 in Bau), 2 U-Booten, 
12 Zerstörern (2 U-Boote in Bau). 2 Zerstörern, 
2. die Neuseeländische Marine mit: 5 weiteren Schiffen, 
2 Kreuzern. (außerdem 1 in Bau sowie 
1 U-Boot). 
Die Marine Neufundlands und die Marine Südafrikas haben nur einen Bestand von unbedeutenden 
kleinen Schiffseinheiten (Kanonenboote, Vermessungsschifle usw.). 
Im Februar 1926 wurde eine selbständige indische Kriegsmarine unter britischer Kriegsflagge geschaffen. 
Hierdurch kommt in Zukunft die Kontribution Indiens in Höhe von 100 000 £ als Beitrag für die Kosten 
der britischen Flotte in den indischen Gewässern in Fortfall, wogegen die Unterhaltung der indischen Marine 
von nun ab dem indischen Etat auferlegt wird. Für die Übergangszeit bis zur Schaffung einer selbständigen 
indischen Marine sind besondere Regelungen getroffen. 
Für die Zusammensetzung der Schiffseinheiten nach dem Kriege ist der Vertrag von Washington von 
1922 von großer Bedeutung, der die Flotten von Großbritannien, Frankreich, Italien, den Vereinigten 
Staaten und Japan betrifft. Für die Schlachtschiffe wurde in diesem Vertrag eine höchstzulässige Wasser- 
verdrängung von 35 000 t, für Kreuzer von 10 000 t festgesetzt. Für die kleineren Einheiten waren keine 
Beschränkungen getroffen. Nach dem Kriege trat auf Grund von Kriegserfahrungen und aus finanziellen 
Rücksichten in dem Bau von Schlachtschiffen in Großbritannien ein Stillstand ein. Seit 1917 sind keine 
neuen Schiffe hinzugekommen. 1922 wurde mit dem Bau von 2 Schiffen begonnen, die bis 1926 einschließ- 
lich noch nicht fertiggestellt waren, obgleich die Bauzeit früher nur etwa 2 Jahre dauerte. Dagegen wurde 
der Bau_von_Kreuzern, besonders in den beiden letzten Jahren, außerordentlich gefördert. 
Im Bau befinden sich im Etatjahr 1926/27: 
2 Linienschiffe (Stapellauf Ende 1925 bis Anfang 1926), 
5 Kreuzer (im Laufe des Etatjahres 1925/26 vom Stapel gelaufen), 
4 Kreuzer (im März 1926 auf Stapel gelegt, Fertigstellung 1929), 
2 Kreuzer (1925 für Australien in Bau gegeben, Fertigstellung 1928). 
ON das Rechnungsjahr 1926/27 ist nach dem Bauplan die Inangriffnahme folgender Neubauten vor- 
gesehen: 
3 Kreuzer, 
6 U-Boote, 
6 weitere Schiffe. 
fr Durch die Heraufsetzung der Lebensdauer der Schiffe!) werden für 1926/27 erhebliche Mehrkosten für 
ırundreparatur und Umbauten erforderlich. Sie betragen für 5 Kreuzer allein insgesamt etwa 600 000 £. 
*) Siehe Marine-Blaubuch, zitiert 8. 838. 
140.
	        
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