Full text: Die Staatsausgaben von Großbritannien, Frankreich, Belgien und Italien in der Vor- und Nachkriegszeit

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Die Marineluftfahrt ist in dem Service Central d’ Aeronautique Maritime vereinigt, der aus einer mili- 
tärischen und einer technisch-administritativen Abteilung besteht. Die militärische Abteilung ist in 
das Organisations- und das Operationsbureau untergegliedert, während sich die letztgenannte Abteilung 
insbesondere mit dem Neubau und der Ausrüstung befaßt. 
Das Marineflugwesen wurde zunächst nicht in dem Maße wie das der Armee entwickelt. 1923 bestand 
die Marineluftflotte aus etwa 20 Geschwadern. Im Laufe des Jahres 1926 sollte sie auf 50 Geschwader zu 
je 12 Flugzeugen gebracht werden. Für die neuen Kriegsschiffe ist eine Ausrüstung mit je 6 Flugzeugen 
vorgesehen. 
Die gesamte Luftmacht des Mutterlandes sowie der Kolonien einschließlich der Reservebestände um- 
faßte im Jahre 1923 nach Angaben des Völkerbundes!) 1542 Flugzeuge ausschließlich der Schulflugzeuge. 
Ersatzmotoren waren 755 Stück vorhanden. Außerdem sind 15 lenkbare Marineluftschiffe und 54 Fessel- 
ballons angegeben. 
Der amerikanische Morrow-Board-Report macht folgende Angaben über die Zahl der französischen 
Flugzeuge (ausschließlich Schulflugzeuge) Ende 1925: 
Im Dienst. 2.0.0010 3 ha ee 3 MM Flugzeuge 
In Reese eat A000 » 
Insgesamt.... 5542 Flugzeuge. 
Der Personalbestand der gesamten Luftwaffe wird vom Völkerbund?) für 1923 in folgender Höhe an- 
gegchen: 1. Flugpersonal: 
ÖfüZziee er a 1 ZUM 
Mannschaften sd een ann“ 7 ZD07 
2. Übriges Personal: 
Offiziere. re ra 520 
Mannschaften 4. 30574 
Gesamtpersonal.... 34605 
Nach dem erwähnten Berichte beläuft sich die Kopfstärke der französischen Luftwaffe am 5. Januar 1925 
ME Offiziere a a ee 1974 
Mannschaflen ‚2.0.0004 7.00 Wesen 4012 
Insgesamt.... 36286 
In der französischen Wehrmachtpolitik der letzten Jahre läßt sich ein außerordentliches Interesse, 
insbesondere von seiten des Marineministeriums, für den Ausbau der Luftflotte feststellen. Die hierfür 
bewilligten Kredite waren zum Teil derartig, daß sie innerhalb des Etatjahres nicht verbraucht werden 
konnten, da die technischen Voraussetzungen für die Ausführung des umfangreichen Bauprogramms 
nicht gegeben waren. 
2. Die Ausgaben. 
An Ausgaben für die militärische Luftfahrt wurden aus dem Heeres- und Marineetat für 1914 
und 1925 ausgesondert: joa 1925 
in 1 000 fr. 
1. Aus dem Heeresetab 0.1 EEE 43547 511444 
8, Aus dem Marineebab Na nn a 944 121800 
Gesamtausgaben für die militärische Luftfahrt.... 44491 633 244 
Außerdem sind in den Posten für die Küstenverteidigung innerhalb des Marineetats Ausgaben für die 
Marineluftflotte in Höhe von etwa 10 Millionen fr. enthalten, die sich jedoch nicht exakt aussondern 
ließen und deswegen unter den Ausgaben für die Marine aufgeführt sind. 
Zur Beurteilung der Nachkriegszahlen sei an dieser Stelle noch einmal auf die oben erwähnten Ausgaben 
des Unterstaatssekretariats für das Luftfahrwesen hingewiesen. Von besonderer Bedeutung ist weiterhin, 
daß die zugrunde gelegten Ausgabevoranschläge für die militärische Luftfahrt für 1925 im Gegensatz zu 
den Voranschlägen der übrigen Wehrmachtsetats durch die Bewilligungen erheblich erhöht worden sind. 
Außerdem entfielen auf Grund des besonderen Kredits für den Marokkofeldzug auf die Heeresluftfahrt 
43,7 Millionen fr. und auf die Marineluftfahrt 1,7 Millionen fr. 
1) Forces Militaires. Navales et Adriennes en Temps de Paix, 1923, a. a. O., 8.29 
)°
	        
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