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VI. Internationaler Vergleich der Ausgaben für die Landesverteidigung.
Die Schwierigkeiten, die sich für einen internationalen Rüstungsvergleich ergeben, sind in der allgemeinen
Vorbemerkung zu diesem Kapitel (vgl. oben 8.131 ff.) behandelt. An dieser Stelle sei wiederholt, daß der
Vergleich der Etatzahlen in erster Linie wegen der unterschiedlichen Ausgaben für Besoldung und sonsti-
zen Personalbedarf, wie sie sich aus der Verschiedenheit der Wehrverfassungen ergeben, unmöglich ist.
Zur Mustration dieser Vergleichsschwierigkeiten werden im folgenden nicht nur die tatsächlichen Wehr-
machtausgaben einander gegenübergestellt, sondern daneben auf drei verschiedenen Wegen ein fiktiver
Vergleich des Rüstungsaufwandes versucht. Zu diesem Zwecke werden die Wehrmachtaus-
gaben in den vier untersuchten Nachkriegsetats so berechnet, wie sie sich bei Zugrundelegung eines einheit-
lichen Durchschnittssoldes, bei Zugrundelegung einer einheitlichen Höhe der Personalausgaben je Kopf und
schließlich unter Anwendung des jeweiligen Durchschnittslohnes eines ungelernten Arbeiters in dem be-
treffenden Lande ergeben würden. Bei den ersten beiden Methoden wurde nacheinander von den britischen
und französischen Verhältnissen, bei der dritten jeweilig von denjenigen der betreffenden Länder aus-
gegangen. Die Berechnung wurde nur für die Nachkriegszeit durchgeführt, weil es lediglich darauf ankam,
für irgendeinen als Beispiel gewählten Zeitraum die Unterschiede der einzelnen Methoden darzulegen.
1. Setzt man die sich aus der Aufarbeitung ergebenden gesamten Heeres ausgaben Großbritanniens
einschließlich der Ausgaben für die Streitkräfte in den Kolonien und für die Rheinlandbesatzung gleich
Hundert, so ergeben sich folgende Verhältniszahlen:
für Großbritannien Frankreich Belgien Italien
bei einem Vergleiche unter Zugrundelegung der in den Nachkriegsetats ausgewiesenen Heeresausgaben:
100 110,8 15,0 34,9
bei einem Vergleiche unter Zugrundelegung des britischen Durchschnittssoldes:
100 228,8 25,6 68,1
bei einem Vergleiche unter Zugrundelegung des französischen Durchschnittssoldes:
100 147,4 16,4 39,5
bei einem Vergleiche unter Zugrundelegung der durchschnittlichen britischen Personalausgaben:
100 304,2 37,4 100,9
bei einem Vergleiche unter Zugrundelegung der durchschnittlichen französischen Personalausgaben:
100 187,0 26,5 64,0
bei einem Vergleiche unter Anwendung des jeweiligen Durchschnittslohnes eines ungelernten Arbeiters:
100 Ze 193,6 ‚N 53,8
9. Setzt man die aus der Aufarbeitung sich ergebenden gesamten Wehrmachtausgaben Groß-
britanniens (Heer, Marine, Luftfahrt, Kolonialheer, Besatzung) gleich Hundert, so ergeben sich folgende
Verhältniszahlen:
für Großbritannien Frankreich Belgien Italien
bei einem Vergleiche unter Zugrundelegung der in den Nachkriegsetats ausgewiesenen Ausgaben:
100 67,7 6,9 28,1
bei einem Vergleiche unter Zugrundelegung des britischen Durchschnittssoldes:
100 122,9 11,3 44,5
bei einem Vergleiche unter Zugrundelegung des französischen Durchschnittssoldes:
100 83,5 74 30,8
bei einem Vergleiche unter Zugrundelegung der durchschnittlichen britischen Personalausgaben:
100 194,2 20,1 72,4
bei einem Vergleiche unter Zugrundelegung der durchschnittlichen französischen Personalausgaben:
100 121,8 12,8 49,3
bei einem Vergleiche unter Anwendung des jeweiligen Durchschnittslohnes eines ungelernten Arbeiters:
100 107,7 .) 37,0
Mit diesen fiktiven Vergleichen wird in erster Linie der Zweck verfolgt, die Unvergleichbarkeit der
tatsächlichen. aus den Etats entnommenen Ausgaben für die Landesverteidigung zu veranschaulichen.
1) Wegen des Fehlens vergleichbarer Lohnziffern konnte die Verhältniszahl für Belgien nicht errechnet werden.