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Die Hauptfunktionen des dem Treasury unterstellten National Debt Office sind folgende:
1. die Ausgabe von zeitlich begrenzten Renten (Terminable Annuities),
9, die buchmäßige Übernahme der Zahlungen des Schatzamtes an die verschiedenen Tilgungsfonds
und ihre Verwendung zur Verminderung der Staatsschuld,
3. die Übernahme derjenigen Schuldentitel, auf die zehn Jahre lang vom Gläubiger keine Zinsen
erhoben sind, sowie der dazugehörigen Zinsen.
Der Vergleich der Ausgaben für die Zentralbehörden in dem behandelten Vor- und Nachkriegsjahre
läßt eine Steigerung sowohl der Personal- wie der Sachausgaben erkennen, die um so höher zu bewerten
ist, als die Ausgaben für die irische Finanzverwaltung, abgesehen von der für Nordirland geltenden
Einschränkung, wie oben dargelegt, im Etat 1925/26 nicht enthalten sind. Diese Ausgabesteigerung ist
für das Treasury auf die durch den Krieg und seine Nachwirkungen verursachte Aufgabenerweiterung
zurückzuführen, für das Amt des Generalzahlmeisters und das Amt für die Rechnungskontrolle auf das
Anschwellen der staatlichen Einnahmen und Ausgaben infolge des erhöhten Finanzbedarfs und des Sinkens
der Kaufkraft. Es ist auffallend, daß die Personalausgaben hinter der Personalvermehrung stark zurück-
bleiben. Dies erklärt sich einmal daraus, daß die Pensionen und die Gehälter der höheren Beamten überhaupt
nicht oder nur in geringem Ausmaße erhöht worden sind, und daß die neben den Gehältern gezahlten
Teuerungszulagen (Bonus) der Geldentwertung nicht voll entsprechen. Sodann ist darauf hinzuweisen,
daß vor allem die Zahl der unteren Beamten und des zeitweilig beschäftigten Personals sich erhöht hat,
so daß das Ausmaß der Personalerhöhung kein Maßstab für das Anwachsen der Personalausgaben sein kann.
Die Personalausgaben für das Treasury enthalten im Jahre 1912/13 einen Betrag von 10000 £ für
Spezialuntersuchungskommissionen, für den sich im Etat 1925/26 kein entsprechender Posten findet.
Die besonders auffallende Steigerung der Sachausgaben für die Schuldenverwaltung erklärt sich aus
der teilweisen Erhöhung der der Bank von England erstatteten Verwaltungskosten, dem starken An-
wachsen der Kapitalbeträge der eingetragenen Renten und Anleihen und der ausstehenden Schatzwechsel
usw., sowie daraus, daß den Banken seit 1924/25 auch einmalige Emissions-, Rückkaufs- und Konversions-
unkosten ersetzt werden.
1912/13 waren die Sätze, die der Berechnung der vom Staate für die Unkosten der laufenden Schulden-
verwaltung an die Banken zu zahlenden Vergütungen zugrunde gelegt werden, folgende:
1. für die Bank von England
31/, vT auf die ersten 500 Millionen £ der bei ihr eingetragenen Renten und Kriegsanleihen,
1 vT auf den Rest dieser Renten und Kriegsanleihen,
1 vT auf die ausstehenden Exchequer-Bonds und
9 vT auf die ausstehenden Treasury-Büills ;
2, für die Bank von Irland
3 vT auf die bei ihr eingetragenen Renten und Kriegsanleihen;
1924/25 betrugen die Sätze dagegen:
1. für die Bank von England
31/, vT auf die ersten 1 500 Millionen £ der bei ihr eingetragenen Renten und Kriegsanleihen,
11/, vT auf den Rest dieser Renten und Kriegsanleihen,
11/2 vT auf die ausstehenden registrierten Exchequer-, National War-, Victory- und Treasury-
Bonds:
1 vT auf die ausstehenden nicht registrierten Kachequer-, National War-, Vietory- und Treasury-
Bonds;
9. für die Bank von Irland
3 vT auf die bei ihr eingetragenen Renten und Kriegsanleihen und auf die ausstehenden
registrierten und nicht registrierten Exchequer-, National War- und Treasury-Bonds.
Für die ausstehenden Zreasury-Bülls erhält die Bank von England seit einigen Jahren eine feste
Pauschalsumme in Höhe von 17500 £.
Über die oben genannten Sätze hinaus wurden den Banken von England und Irland im Etatjahr
1924/25 die Unkosten für die Emission der Treasury-Bonds und der 31/,prozentigen Conversion Loan,
für den Rückkauf von Exchequer-, National War- und Vietory-Bonds sowie für Konversionsoperationen,
ferner der Postverwaltung und den Sparkassen die Unkosten für die Emission von National Saving Certi-
Acates in einer Gesamthöhe von 1892 075 £ ersetzt.