Full text: Wirtschaftlichkeitslehre

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Rationalisierung, beurteilt werden. Hervorragende Volkswirte vieler 
Länder haben sich in den letzten Jahren mit dieser Frage beschäftigt 
und sind, mit wenigen Ausnahmen, zu der Erkenntnis gelangt, daß 
lie internationalen Konzentrationen als wertvolle Maßregeln der 
Rationalisierung der Produktion und des Absatzes gelten können, 
ja darüber hinaus auch zur Rationalisierung der Weltwirtschaft 
‘’Bankpräsident Dr. Sieghart, »Neue Freie Presse« vom 27. März 1927, 
Staatssekretär Hantos, »Neues Wiener Journal« vom 2.Oktober 1927), 
zur Überwindung des Zollwahnsinnes (Generaldirektor der A. E.G. 
Dr. Deutsch, »Neue Freie Presse«, vom 13.März 1927) dienen oder gar 
als Wegbereiter der europäischen Zollunion anzusehen sind 
(Professor Zado w, Weltwirtschaftszeitung vom 153.Jänner 1927). Auch 
ein Führer der französischen Industrie, Ch. Duchemin, ist wieder- 
holt als eifriger Verteidiger der internationalen Konventionen und 
Kombinationen aufgetreten. Auf einem weniger wirtschaftspolitisch 
relevanten Gebiete, auf dem der technischen Rationalisierung, 
bestehen eine Reihe internationaler Verbände und gibt es schon 
zahlreiche internationale Konferenzen und Beschlüsse (vgl. das 
öben im Anschlusse an einen Vortrag des Ingenieur Bretschneider 
esagte). 
{n handelspolitischer Hinsicht ist wohl daran zu erinnern, daß 
sehr maßgebende Vertreter der österreichischen Wirtschaft, wie 
zuletzt Abgeordneter Streeruwitz (»Sparwirtschaft«, Jänner 1928), 
auf dem Standpunkte sind, daß ein durchgreifender Erfolg der 
Rationalisierung in Österreich erst durch den wirtschaftlichen (und 
zollpolitischen) Anschluß an das deutsche Wirtschaftsgebiet zu 
erzielen sein werde. Gewiß können eine Reihe von Rationalisierungs- 
maßregeln auch in einem selbständigen Österreich durchgeführt 
werden und sind es auch; aber die großen Erfolge der Konzen- 
tration, der sozialen Bessergestaltung des Arbeitsverhältnisses sind, 
50 meinen viele Fachleute, erst bei dem wirtschaftlichen Anschlusse 
zu gewärtigen. 
Wenn wir vorerst von diesen und anderen weitreichenden 
ӊnen absehen, so bleiben genug unmittelbar praktische Fragen, 
die vor allem im Zusammenhange mit dem Probleme der inter- 
nationalen Kartelle aufzuwerfen sind. Internationale Konven- 
jonen von solcher Tragweite, wie es der Eisenpakt ist, müssen 
vor allem das ernste Interesse der Käufer der kartellierten Waren 
arwecken: und so hören wir (>»>Neues Wiener Tagblatt« vom 17. No- 
Kobatsch, Wirtschaftlichkeitslehre.
	        
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