setzten aus einem festen Satz für jeden Artikel der Steuerrollen und aus Prozentsätzen auf die in den Rollen
aufgeführten Steuerbeträge sowie auf die Gesamtsumme der erhobenen Geldstrafen. Heute beziehen
die Percepteurs vom Staate wie alle anderen Beamten der Verwaltung feste Gehälter.
Die Gesamtausgabeziffer für die Verwaltung der direkten Steuern (vgl. Übersicht S. 199), die 1914 rund
39 Millionen fr. betrug, ist nach dem Etat von 1925 auf 250 Millionen fr. (55,6 Millionen fr. Vor-
kriegskaufkraft) gestiegen. Diese Steigerung ist darauf zurückzuführen, daß die Objektsteuern, deren
Katasterdaten und Veranlagungselemente sich nur in längeren Zeitabständen und dann unter Mitwirkung
von chrenamtlich tätigen Vertretern der Steuerpflichtigen veränderten, während des Krieges durch Steuern
mit überwiegend subjektivem Charakter ersetzt wurden. Diese werden im Gegensatze zu den Objekt-
steuern jährlich unter Ausschluß der ehrenamtlich tätigen Vertreter der Steuerpflichtigen — eine Aus-
nahme bilden nur die Grund- und Gebäudesteuern — von Staatsbeamten veranlagt. Hieraus erklärt sich
die aus der Übersicht (S. 199) hervorgehende Steigerung der Personalausgaben. Die Sachausgaben da-
gegen sind in Vorkriegskaufkraft 1925 niedriger als 1914, da die in den letzten Vorkriegsjahren in ganz
Frankreich vorgenommenen allgemeinen Katasterrevisionen besonders hohe Sachausgaben bedingten.
Der Steigerung der Gesamtausgabeziffer entspricht jedoch ein gewaltiges, auf die Steuerreform zurück-
zuführendes Anschwellen des Ertrages der von der Verwaltung der direkten Steuern zu erhebenden Ab-
gaben von 675,5 Millionen fr. im Jahre 1914 auf 6141 Millionen fr. (1 364,7 Millionen fr. Vorkriegs-
kaufkraft) im Jahre 1925; der prozentuale Anteil der Ausgaben an den Einnahmen hat sich daher von
5,77 vH auf 4,07 vH ermäßigt.
Verwaltung der indirekten Steuern.
Auch bei der Administration des Contributions Indireetes stellt jedes Departement eine Direktion dar,
an deren Spitze ein Direktor steht. In größeren Departements gibt es Unterbezirke, die von einem Sub-
direktor geleitet werden.
Die Verwaltung der indirekten Steuern ist mit der Erhebung der Verbrauchsteuern, der Lizenzen, der
'Transportsteuern und der Kraftfahrzeugsteuern u. a. m. sowie mit dem Verkaufe der Monopolfabrikate
(Tabak, Zündhölzer, Pulver, vgl. $. 199) betraut. .
Die Arrondissements, in deren Hauptstadt ein Direktor oder ein Subdirektor seinen Amtssitz hat, haben
eine Hauptsteuereinnahmestelle (Recette Principale), deren Leiter ( Receveur Principal) gleichzeitig als
Verwalter der Tabak- und Pulverniederlage (Interposeur des Tabacs et des Poudres) fungiert. Den Haupt-
steuereinnahmestellen unterstehen die Recettes Particulieres, die in Recettes Sedentaires und in Recettes
Ambulantes zerfallen. Die Receveurs Ambulants versehen den Kontrolldienst (Kxcercice) über die ver-
brauchsteuerpflichtigen Produzenten und Händler, stellen die Steuer fest und erheben sie. Ihnen unter-
stehen die Receveurs Buralistes ihres Bezirkes, d. h. die Bürobeamten, denen die Steuerpflichtigen die
gesetzlich vorgeschriebenen Deklarationen zu übermitteln haben, und welche die für den Transport steuer-
pflichtiger Waren notwendigen Begleitscheine ausstellen. Die Einkommen der Receveurs Buralistes
bestehen in Provisionen, die auf der Zahl der entgegengenommenen Deklarationen basieren und gewöhnlich
in dem Ertrage eines Tabakdebits.
Bei den Recettes Sedentaires ist die Steuerfeststellung und die Steuererhebung Aufgabe verschiedener
Beamten. Die meisten Städte haben Recettes Södentaires. Die Receveurs Sedentaires erfüllen gleichzeitig
die Funktionen der Receveurs Buralistes.
Inspektoren überwachen die Arbeiten sämtlicher Beamten der Verwaltung der indirekten Steuern.
Mit Ausnahme der Receveurs Buralistes beziehen die Beamten der Verwaltung feste Gehälter.
Die Gesamtausgabeziffer der Verwaltung der indirekten Steuern (vgl. Übersicht S. 199f.) hat sich von
67 Millionen fr. auf 283,6 Millionen fr. erhöht. In Vorkriegskaufkraft umgerechnet ergibt sich für
die Gesamtausgaben eine unbedeutende Verminderung auf 63 Millionen fr., die vor allem auf das Sinken
der Personalausgaben zurückzuführen ist. Die Verwaltung der indirekten Steuern hat ihren Aufgaben-
kreis durch die Steuerreformen am wenigsten geändert. Zwar sind während des Krieges zahlreiche neue
kleinere Verbrauchsteuern eingeführt worden; auf der anderen Seite sind aber die zugunsten der Gemeinden
erhobenen Oktrois auf »hygienische« Getränke, die überwiegend von der staatlichen Finanzverwaltung
eingetrieben wurden, aufgehoben und durch die Fonds Communs der Getränkesteuern ersetzt worden.
Die Gesamteinnahmen der Verwaltung sind unter Berücksichtigung der Kaufkraftverschiebung nur un-
wesentlich gestiegen, und zwar von 1420 Millionen fr. im Jahre 1914 auf 1 463 Millionen fr. Vorkriegs-
kaufkraft im Jahre 1925. Diese Steigerung ist vor allem auf die Erhöhungen der Getränkesteuern zurück-
zuführen, deren Ertrag einschließlich der Fonds Communs von 569 Millionen auf 651,7 Millionen fr. Vor-
kriegskaufkraft gewachsen ist. Hieraus erklärt sich die allerdings nur sehr geringfügige Ermäßigung des
prozentualen Anteils der Ausgaben an den Einnahmen von 4,71 vH vor dem Kriege auf 4,31 vH nach
dem Kriege. Der Einnahmeüberschuß der Verwaltung ist in absoluten Zahlen von 1353 Millionen fr
auf 1 400 Millionen fr. Vorkriegskaufkraft gestiegen.
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