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Rechnet man die Reparationseinnahmen der vier Vergleichsländer und die Gläubigereinnahmen
Großbritanniens aus der interalliierten Verschuldung von den Ausgaben ab, die im Jahre 1925 für den
Dienst der Auslandschulden erforderlich waren, so ergibt der auswärtige Schuldendienst für 1925
folgendes Bild:
Übersicht 26.
Dienst der Auslandschuld und Gläubigereinnahmen 1925.
Dienst. der Clänbigereinnahmen. # ee Saldo
Länder N CI i Reparation Dferalliertem Sesnhun. «
; RS 3 Schuldendienst Ausgaben —)
in 1000 Mark Vorkriegskaufkraft
Großbritannien......... 501 454 85 660 158 700 — 257 094
Frankreich: ........2. +11 391 855 322 971 — 68884
Belgien... 2... 66 673 69 529 + 2856
italien. 4 860 45 078 SE _-+-- 40218
Insgesamt.... 964 842 523238 | 158 700 ] — 282 904
Das Jahr 1925 bietet nun aber weder für die Reparationseinnahmen noch für die interalliierten Schulden
ein typisches Bild, da sich die zukünftige Entwicklung noch nicht erkennen läßt. Wenn man aber für die
Reparationseinnahmen die »Normalzahlungen« und für die interalliierten Schulden die Zahlungen, die
sich aus den Fundierungsabkommen (vgl. S. 234 u. 236) ergeben, zugrundelegt unter der Annahme, daß
die französischen Fundierungsabkommen von Washington und London ratifiziert werden, so ergibt sich für
die Jahre 1930 und 1942 das in der folgenden Übersicht gezeigte theoretische Bilanzbild. In diesem Bilanz-
bild konnten die zu erwartenden Einnahmen Frankreichs und Italiens aus interalliierten Schulden nicht
berücksichtigt werden; ebensowenig die zu erwartenden, noch nicht geregelten Zahlungen Rußlands an
Großbritannien und Frankreich, da die Verhandlungen über die Rückzahlung dieser Schulden noch kein
endgültiges Ergebnis gezeitigt haben. Diese für Frankreich nicht unerheblichen Beträge, die sich aus
Rückzahlungen Rußlands, Belgiens, Jugoslawiens, Rumäniens, Griechenlands, Polens und mehrerer kleinerer
Schuldner zusammensetzen könnten. müssen im Sinne einer weiteren Erhöhung des Einnahmeüber-
schusses wirken.
Übersicht 27.
Dienst der interalliierten Schulden und Gläubigereinnahmen
in den Jahren 1930') und 1942%,
z ; Glänhivereinnahmen aus
Dienst der inter- nn ® Reparations-
alliierten Schulden ınterallnerten epara- a.
Ländern Guthaben onen überschuß
ZZ BE a al Sn
1830. | 1042 030. | 1942 AH9W1042 0 9a |. 1042
N . in Millionen Reichsmark
Großbritannien ...... 675,3 766,9 * “aa 517,5 [+ 248,8 |+ 1286
3 3
Frankreich?) ........ 443,2 770,1 12263 |4+- 7831 |+- 4562
Beizien AN 36,3 66,4 05 0 aa
Italien . .*............ | 102,7 | 175,1 , 225,0 5 122,3 400
Insgesamt | | DE i ; -
nsge 1257,5 1 778,5 378,0 | 2 070,1 | 1219,22 + 669.6
1930: Deutsches »Dawes-Normaljahre, 1942: Beginn der französischen »Normaljahre«
Ohne Berücksichtigung der Guthaben in Rußland.
Unter Voraussetzung der Ratifizierung der Abkommen mit den Vereinigten Staaten und Großbritannien,
Die noch nicht abgeschlossenen Verhandlungen lassen keine Schätzung zu.
Die Zahlungen Frankreichs an Großbritannien sind um 0,5 Millionen £ jährlich verringert für Rückerstattung des Golddepotsi n Groß-
hritannien