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Der Fachunterricht für Seefahrer wird in den drei staatlichen Navigationsschulen von Ostende,
Antwerpen und Nieuport erteilt. Die Schülerzahl betrug 1913/14: 239, 1921/22: 219.
In Belgien gibt es ferner nach dem Kriege besondere Schulen für die Ausbildung von Sozialbeamten.
Im Etat für 1925 sind für die Zcoles Centrales de Service Social Zuschüsse und Stipendien in Höhe von
80 000 fr., sowie für sonstige Schulen dieser Art, die von Provinzen, Gemeinden oder privaten Organisa-
tionen ins Leben gerufen worden sind, 200 000 fr. vorgesehen. Außerdem erhält der Conseil des Beoles
de Service Social 1925: 20 000 fr.
e. Italien.
1. Landwirtschaftlicher Unterricht.
Die landwirtschaftlichen Fachschulen Italiens sind überwiegend staatlich. Nach den beiden bearbeiteten
Etats betragen die Ausgaben für diesen Unterrichtszweig (in 1.000 Tire): 1913/14: 3 659, 1925/26 (Original-
ziffer): 18 782, in Vorkriegskaufkraft 3 757.
In diesen Ziffern sind auch die Ausgaben für die tierärztliche Fachausbildung enthalten. Auch die land-
wirtschaftlichen Hochschulen konnten bei der Eigenart des italienischen Etats von den übrigen landwirt-
schaftlichen Fachschulen nicht getrennt werden. Infolgedessen leidet für Italien die internationale Ver-
gleichbarkeit sowohl der Ausgaben für landwirtschaftliche Fachschulen als derjenigen für Hochschulen.
Die Zahlen der Aufarbeitungstabelle (vgl. Fünften Teil, S. 468) geben ferner insofern kein genaues
Bild, als die Trennung der Ausgaben für landwirtschaftliche Fachschulen und für landwirtschaftliche
Laboratorien und Versuchsanstalten (in der Aufarbeitung sonst unter Wirtschaft ausgewiesen) nicht streng
durchzuführen war. Eine Mittelstellung nehmen die Cattedre Ambulanti di Agricoltura ein, für die der
wesentliche Teil der Ausgaben sich bei den Laboratorien und Versuchsanstalten findet. Durch die Cattedre
Ambulanti di Agricoltura sollen die Ergebnisse der landwirtschaftlichen Versuchsanstalten den interes-
sierten Kreisen bekanntgegeben und so der landwirtschaftlichen Produktion direkt nutzbar gemacht werden.
Der Staat leistet hierzu nur einen verhältnismäßig geringen Zuschuß; der größere Teil der Aufwendungen
wird von den Provinzen und privaten Interessenten getragen.
Der niedere landwirtschaftliche Unterricht wird in Ackerbauschulen erteilt, die meist einen dreijährigen
Lehrgang haben. In diesen Schulen steht die praktische Ausbildung der Landwirte im Vordergrund. Der
höhere landwirtschaftliche Unterricht wird durch besondere Sektionen an den technischen Instituten
(s. auch 5. 283) erteilt. Es gibt in Italien ferner fünf landwirtschaftliche Hochschulen, Zwei davon sind selb-
ständige Institute, zwei sind den Universitäten angegliedert, und die Hochschule in Mailand steht mit dem
dortigen Polytechnikum in enger Verbindung, Der Lehrgang an den Hochschulen ist normalerweise vierjährig;
das vierte Jahr wird vorwiegend mit praktischer Tätigkeit ausgefüllt. An Prüfungen kann außer der Abgangs-
prüfung, dem Laureat (etwa entsprechend der Doktor-Promotion), die Prüfung für das landwirtschaft-
liche Lehramt abgelegt werden.
Außerdem gibt es noch eine größere Anzahl von Spezialschulen für Obst-, Wein- und Gartenbau,
Molkerei, Tierzucht, Ölbereitung usw. In vielen Elementarschulen wird ferner landwirtschaftlicher Fach-
unterricht, wenn auch nur in bescheidenem Umfange, erteilt.
Nach dem statistischen Jahrbuch (Annuario Statistico) für 1913/14 stellt sich die Zahl der Schulen
bzw. der Schüler wie folet:
Schulen Schüler
1. Praktische Ackerbauschulen............. DR 1.148
2. Spezialschulen:
Weinbau, Oberkurse / 369
U Pi
Gh 31
Viehzucht und Molkerei Kan he Rare ann 4°
Für 1925/26 liegen amtliche statistische Angaben über Zahl und Aufbau der Schulen nicht vor.
„a N NEE Jandwirtschaftlichen Unterrichtswesens besondere Beachtung
Ausbau angeregt. Neben de eM lichen Schul, BR ee ven a RE ra hadten Ton)
Bere . en sind so in größerem Umfange private Anstalten ent-
standen, die einer staatlichen Kontrolle unterstehen. Ähnlich wie den Universitäten ist auch den
Fachschulen weitgehende Autonomie eingeräumt worden, was die Gründung neuer Schulen begünstigt.
Die Hauptlast der Finanzierung wird neben den Provinzen von den privaten Interessenten getragen.
Die staatlichen Subventionen spielen demgegenüber eine verhältnismäßig geringe Rolle.