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5 als sogenannte Universitä Libere nur von Privaten ohne jede finanzielle Beteiligung des Staates erhalten.
Die Etatbeträge für die 21 staatlichen und halbstaatlichen Universitäten sind in Vorkriegskaufkraft von
21,4 auf 16,1 Millionen Lire zurückgegangen. Nach italienischen Schätzungen!) kommen zu den Etat-
beträgen 1925/26 etwa 36 Millionen Papierlire an Einnahmen der Universitäten aus Kolleggeldern,
Prüfungs- und sonstigen selbständig verwalteten Gebühren, ferner etwa 11 Millionen Papierlire Beiträge
der Gemeinden und etwa 4 Millionen Papierlire Beiträge privater Körperschaften, schließlich noch 3 Millionen
Papierlire Einkünfte aus den Universitätsvermögen. Die Einnahmen der freien Universitäten. werden
auf 6 Millionen Papierlire geschätzt. Insgesamt ergeben sich demnach an Kosten für die italienischen
Universitäten rund 140 Millionen Papierlire, von denen nur rund 80 Millionen im Staatsetat erscheinen.
Bei den Fachhochschulen war die Abgrenzung zwischen Fachschulen und Hochschulen nicht immer
eindeutig möglich. Der Aufbau der Fachhochschulen ist im Zusammenhang mit dem Fachunterricht
behandelt. Zu den Hochschulen werden in der Aufarbeitung gezählt die technische Hochschule in
Bologna, die Ingenieurschule in Padua, das orientalische Seminar in Neapel sowie die archäologische
Schule in Athen und die Kunstakademien und Musikhochschulen. Ob in den allgemeinen Universitäts-
ausgaben solche für weitere Fachhochschulen mitenthalten sind, ließ sich nicht feststellen. Spezielle
Zentralverwaltungskosten konnten nur im Vorkriegsetat ausgegliedert werden.
Eine wichtige, wenn auch im Etat nicht in Erscheinung tretende Rolle spielt auf dem Gebiet des
Hochschulwesens die katholische Kirche. Sie besitzt für die Ausbildung ihrer Priester und Ordensmitglieder
eine Reihe von Kollegien und Seminaren mit Hochschulcharakter, wie z. B. die Universitä Gregoriana
(früher Collegio Romano), die Accademia dei Nobili Eeclesiastiei in Rom, das Istituto Biblico und das
Istituto Orientale. An den weltlichen Universitäten fehlt die theologische Fakultät. Der Ausbildung von
Laien dient die neuerdings gegründete Universitd Cattolica del Sacro Cuore in Mailand; sie entspricht
in ihrem Aufbau den staatlichen Universitäten, ist vom Staat anerkannt und verleiht in allen Fakultäten
den Doktortitel.
V. Kunst und Wissenschaft.
a. Allgemeines.
Staatsausgaben für Kunst und Wissenschaft.
Wissenschaftliche nz
Veranstaltungen Kunstpflege a er Insgesamt
und Forschungs- verwaltung
stätten
in 1000 Mark Vorkriegskaufkraft Oben
Vor- | Nach- h Vor- | Nach- | Vor- | Nach- „Vor- | Nach- ‚Vor- | Nach-
kriegsetat | kriegsetat rer | kriegsetat | kriegsetat | u kriegsetat | kriegsetat |kriegsetat | kriegsetat
Großbritannien ....... | 7518 | 20287 | 9643 | 9178 | 123 +49 | 17284 | 29909 42 46
Frankreich +......... / 5411 | 3947 | 8668 | 4677 | 2138 1A 14692 | 8797 44 |. 20
DE A | 2620 | 2654 2099 | -2) 5286 . 4719 | 15 |. 723
Italien... 0... 3566 | 2121] 4512 DL 3046 192 8270 599 6,7 29
Für die Pflege von Kunst und Wissenschaft gilt noch mehr als für das Unterrichtswesen, daß die
Gesamtausgaben eines Landes für diese Zwecke sich in keiner Weise nach den staatlichen Aufwendungen
allein beurteilen lassen; auch hier verläuft die Grenze zwischen öffentlicher und privater Tätigkeit in
den einzelnen Ländern ganz verschieden, und für die Aufwendungen Privater sind die Anhaltspunkte
noch dürftiger als auf dem Gebiete des Schulwesens, Während Aufwendungen für (meist staatliche)
Bibliotheken, Archive, Museen, Denkmäler, Observatorien, Botanische Gärten usw. in fast allen Etats
— wenn auch in verschiedenem Umfang — wiederkehren, ist bei den sonstigen staatlichen, kommunalen
oder privaten Instituten keinerlei Einheitlichkeit festzustellen,
Allgemein Jäßt sich vielleicht sagen, daß in Großbritannien der Hauptanteil auf die Tätigkeit der Privaten
entfällt, während in den romanischen Ländern das Schwergewicht mehr zum Staate hinneigt. In Italien
spielt neben dem Staate die Kirche eine ausschlaggebende Rolle. Der Vergleich der Staatsausgaben der
verschiedenen Länder zeigt einen allgemeinen Rückgang auf diesem Gebiete mit Ausnahme von Groß-
britannien, dessen Ausgaben für wissenschaftliche Forschung eine wesentliche Steigerung erfahren haben.
Spezielle Zentralverwaltungskosten ließen sich nur in Großbritannien, Frankreich und im Vorkriegsetat
Italiens ausgliedern. Der hohe Prozentualanteil an den gesamten Bildungsausgaben in Belgien und im
Vorkriegsetat Italiens ist das Korrelat für die lange zurückgebliebenen allgemeinen Unterrichtsausgaben
dieser Länder. (Über die Schwierigkeiten der Abgrenzung vgl. oben S. 285.)
1) Parlamentspapiere der Kammer Nr. 288A, XXVII. Legislaturperiode 1924/25 8. 4ff.
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