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3. Viehzucht.
Zur Förderung der Viehzucht werden im britischen Etat Beträge für Zuchtprämien bereitgestellt.
Daneben kommen Ausgaben in Form von Entschädigungen für das auf Grund der viehseuchenpolizeilichen
Bestimmungen getötete Vieh vor, die als Quasisubventionen zugunsten der Viehzucht anzusehen sind,
Wenn man die Bedeutung der Viehzucht in Großbritannien berücksichtigt, so sind die Aufwendungen des
Staates hierfür, wie sie in der folgenden Übersicht zusammengestellt sind, als gering anzusprechen:
1912/13 1925/26
Original- Vorkriegs-
ziffern kaufkraft
in 1000 £
Pferdezuchtprämien .........7117000000 1000000000000 nr 45 = —
Sonstige Viehzuchtsubventionen ...........000000000 000 —_ 2 3
Entschädigungen für behördlicherseits getötetes Vieh 2.44 53 47 TE
Insgesamt.... 98 63
4. Fischerei.
Die Fischerei (vorwiegend Seefischerei) gehörte in Großbritannien vor dem Kriege zu denjenigen
Produktionszweigen, die überwiegend für den Export arbeiteten.
Durch den Krieg hat besonders die britische Hochseefischerei sehr gelitten, da sie der U-Bootgefahr
wegen nahezu völlig eingestellt werden mußte. Nach Beendigung des Krieges hat sie zwar ihre Tätigkeit
wieder aufgenommen, befindet sich aber seitdem in einer andauernden ernsten Krise. Die Betriebsunkosten
(vor allem für Kohle und Öl) sindsehr gestiegen, während die Fischpreise eher sinkende Tendenz zeigen. Vor
allem wirken sich diese Verhältnisse bei der Heringsfischerei aus, deren Absatzgebiete in Mittel- und Ost-
europa weniger aufnahmefähig geworden sind. In den Jahren 1919 und 1920 nahm die britische Regierung
den Heringsfischern ihre Fänge zu einem festen Preise ab, doch ist diese Maßnahme inzwischen wieder ein-
gestellt worden. Die Fischproduktion Großbritanniens ergab für die Jahre 1913 und 1924 folgendes Bild:
1913 1924
Mengenergebnisse in 1000 t*) .........-.-.... 00220 ss 440 1171 1.034
Wertergebnisse in 1000 £7%) .........20000010211nnr tt 13 733 19 800
Außerdem Wert der gefangenen Schellfische in 1000 £ ........+.+++44 400 550
Die oberste Fischereibehörde für England ist. das Ministerium für Landwirtschaft und Fischerei. In
Schottland, wo die Hochseefischerei eine besonders wichtige Rolle spielt, besteht ein besonderes Fishery
Board. Das Interesse, das die Regierung der Fischerei hier entgegenbringt, drückt sich u. a. auch darin
aus, daß in dem bearbeiteten Nachkriegsetat ein Fisheries Department neu auftaucht, das besonders mit
wissenschaftlichem und statistischem Personal ausgestattet ist. Im Zusammenhang hiermit ist auf die
Ausgaben zugunsten der Nordseefischereiforschung hinzuweisen. Die Nordseefischerei wird — allerdings
in geringem Umfange — sowohl vor als auch nach dem Kriege durch die Gewährung staatlicher Prämier
gefördert. Nach dem Kriege erhalten die Heringsfischer Staatsdarlehen zur Beschaffung von Ersatz für
abgetriebene Netze. Die Ausgaben der britischen Regierung für die Fischerei stellen sich nach den beiden
bearbeiteten Etats im einzelnen wie folgt:
1912/13 1925/26
Original- Vorkriegs-
ziffern kaufkraft
in 1000 £
Fishery Board, Schottland 4.20. re Ca
Fisheries Department, Schottland +... 0er
Fischereiförderung, England .............+2010001+ +50
» Ba
Nordseefischerei, Forschung .....+...+....:170*+> 110 15
Büro dafür in. Kopenhagen ..+.4.44410 04er re
Nordseefischerei, Prämien ..>++7+++++40440000 140 Hrn
„ Subvention für abgetriebene Netze ....
Insgesamt .... 16
1) Ausschließlich Schellfisch und Lachs, jedoch einschließlich Seelachs und Seeforellen für England und Wales