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Anfrage gab das Schatzamt den Regierungsbesitz an Effekten dieser Gesellschaft bekannt und verglich
den Kurswert von 1923 mit dem von 1926 wie folgt:
. ] Ende November 1923 Am 9. November 1926
Regierungsbesitz Kurs Kurswert!) Kurs Kurswert !)
5 000 000 ordentliche Stammaktien zu je 1£ (voll
eingezahlt) 2.00.7400 meer Kette en SD 2500000 £ 6/5/— 31 250 000 £
1000 Sprozentige Vorzugsaktien 1. Klasse zu je 1 £
(voll eingezahlt) ur ar er re n rn een tar On 18/1 1154£ £ 1/6/6 1325£
199 000 £ 5prozentige Schuldverschreibungen .... 91,5 vH 182 085 £ 96,5 vH 192 035 £
Insgesamt.... 12 683 239 £ 31 443 360 £
Der Gesamteingang an Dividenden bzw. Zinsen für alle drei Arten von Papieren belief sich in der Zeit
vom 1. November 1925 bis 11. November 1926 auf 885 030 £.
Die an den Schatzkanzler gerichtete Frage, ob die Regierung die Papiere angesichts des günstigen Kurs-
standes abstoßen wolle, wurde von diesem verneinend beantwortet, jedoch dürfte laut Manchester Guardian?)
diese Frage im April 1927 wieder akut werden, wenn dem Schatzkanzler die Aufgabe erwachsen wird.
das durch die Kosten des Bergarbeiterstreiks stark in Mitleidenschaft gezogene Budget auszugleichen.
Da nach demselben Blatt für je 2 Aktien eine Gratisaktie ausgegeben werden soll, so würde sich dadurch der
Nennwert der Regierungsanteile auf mehr als 7,5 Millionen £ erhöhen. —
Die britische Regierung hatte bei der Gründung der British Dyestuffs Corporation Lid. im Jahre 1918
1.700 000 £ des Aktienkapitals übernommen. Die Gesellschaft geriet mehrfach in Schwierigkeiten und
mußte Anfang 1926 saniert werden. Die Regierung verzichtete auf ihren gesamten Aktienbesitz gegen
eine Barentschädigung von 600 000 £.. Zu diesem Kapitalverluste kommt noch ein Zinsverlust, der auf
700 000 £ beziffert wird®).
Folgende weitere Beteiligungen der britischen Regierung an privaten KErwerbsunternehmungen konnten
an Hand des vorliegenden Materials festgestellt werden:
Sue? Canal 00. 2 A 4 000 000 £
British Cellulose and Chemical Manufacturing Co. ...... 1400 000 £*)
Monmouth Shipbuilding Co. .... 00er! 490.000 £1)
Home Greun Sugar Til. re a7 000 £‘)
Fa Cu Le 331 000 £*)
Verschiedene Werften rer EEE 656 000 £1)
In diesem Zusammenhange ist auch auf das Staatsdarlehen von 2600 000 £ hinzuweisen, welches der
Cunard Linie 1903 zu einem Vorzugszinssatz von 2%, vH gewährt wurde mit der Verpflichtung, das Dar-
lehen innerhalb 20 Jahren zurückzuzahlen?).
3. Außenhandel.
Die in ihrer Bedeutung für die Wirtschaftspolitik bereits gekennzeichnete Veränderung der Absatz-
verhältnisse auf dem Weltmarkte rückte in allen bearbeiteten Ländern die staatliche Außenhandels-
politik weit stärker als bisher in den Vordergrund. So liegt dem Trade Facilities Act zum großen Teil
der Gedanke der Exportsteigerung zugrunde, und auch in den Diskussionen über die Elektrizitätspolitik
spielt, wie oben dargelegt, die Senkung der industriellen Produktionskosten und die dadurch zu ermög-
lichende Exportsteigerung eine. Rolle.
Nach dem Kriege, als die Probleme der Ausfuhrsteigerung als besonders dringend angesehen wurde, kam
es in Großbritannien zur Gründung einer besonderen Behörde für den Überseehandel (Department of Over-
seas Trade), welche sowohl dem Foreign Office als auch der obersten Handelsbehörde (Board of Trade)
untersteht und gewissermaßen das Bindeglied zwischen diesen beiden Spitzenbehörden darstellt. Ihre Auf-
gabe besteht einmal in der Förderung des Überseehandels und dann in der Unterhaltung eines umfang-
reichen Nachrichtendienstes über die Lage auf den überseeischen Absatzmärkten. Der Aufgabenkreis, der
dieser Behörde vorgezeichnet ist, zeigt, in welchem Maße die britische Regierung die Wirtschaft bei
Wiederherstellung ihrer wirtschaftlichen Position auf dem Weltmarkt unterstützt.
Dem Department of Overseas Trade untersteht die gesamte wirtschaftliche Vertretung Großbritanniens
im Auslande, und zwar ist der Außendienst, je nachdem er sich auf das britische Weltreich oder auf das
?) Der Kurswert wurde auf Grund von Angaben des European Economic and Political Survey (Nr. 6 vom 30. November 1926) errechnet.
2?) Nr. 25033 vom 19. November 1926.
*% Industrie- und Handelszeitung vom 29. Juli 1926.
') Laut D. A. Z. Nr. 167 vom 8. April 1926; die amtlichen Veröffentlichungen enthalten, soweit sie vorliegen, keine Angaben hierüber.
1 Vel. S. 371 (Schiffahrtssubventionen).