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wohner gegen die noch wilden Indianer zu vertheidigen hatten,
Was sie mit ihren Pfeilen von den Plattformen aus recht gut
konnten, zumal sie heute noch recht gut schiessen. Wir ver
unstalteten ein Preisschiessen, Auf 15 Schritte trafen sie
wiederholt einen Silberdollar, den Preis; später sogar ein Halb
dollarstück, auf 55 Schritte den Hut des Baron Gudenus und
^uf IO Schritte etwa den in die Höhe geworfenen Hut des
Grafen J. Széchényi in der Luft. — Das Innere der Woh
nungen war peinlich sauber.
Neben den beiden Pagoden gab es kleinere Hauscomplexe
für mehrere Familien, die jedoch getrennt darin wohnen, und
dem Felde einzelne Lehmhäuser, die sie im Sommer be
wohnen, um die Feldarbeit nahe dem Hause zu haben. Sie
sind so gute Landwirthe wie die Mexicaner — oder ebenso
schlechte! Ihr Pflug besteht aus einem primitiven Holzgestell,
^n dem ein dreieckiges, pfeilartiges Eisenstück in Pfeilform
Und von Handgrösse befestigt ist. Trotzdem erzielen sie
Ernten auf dem Boden, welchen sie nie düngen, aber ebenso
flurch aus dem Flusse oberhalb abgeleitetes Wasser bewässern,
benachbarten Mexicaner. Den Weizen lassen sie auf
Ginem runden, umzäunten Platze von Ziegen austreten! Auf
^ingezäunten Weiden ziehen sie Rindvieh und Pferde, im Ge-
birge weiden sie Ziegen. Sie bekennen sich zur katholischen
E^kgion — angeblich — haben aber eine geheime Religion,
^ der die Sonne eine grosse Rolle spielt. Sie sind nicht
onimunisten, sondern haben die Felder nach Haushaltungen
S^theilt, verkaufen ihr überschüssiges Getreide individuell, ver
walten sich republikanisch, indem sie jährlich ihren Häuptling,
eheste und Richter wählen, die jährlich in Taos von dem
uipnsbeamten vereidigt werden. Für gemeinsame Bedürfnisse
Gbauen sie mittelst gemeinschaftlicher Arbeit einige Gemeinde-
^ der und besitzen auch Gemeinde-Viehweiden. Die Felder
. nur an Stammesgenossen verkauft werden, Ihre Tracht
\ indianisch und höchst malerisch. Das ihnen zuge-
^sene fruchtbare Thal ist sechs englische Quadratmeilen gross.
Nach diesem interessanten Abstecher fuhren wir am 27.
^8. Juni nach Cimarron zurück und besichtigten unter-