— 371 —
Originalziffern Vorkriegskaufkraft
1923/24 Brubbos Netto- Brutto- Ahzü Netto-
betrag Abzüge betrag betrag AADTAEN betrag
in 1000 £
Überseedienst + .......0..00000r 3397 2671) 255?) 234 1571) 150?)
Kanaldienst er nee 161 351) 126 95 21!) 74
Admiralitätssubventionen ........ 90 90 Si u 53
Insgesamt.... 648 302*) 471?) 382 1781) 277?)
Die in der Vorkriegsübersicht aufgeführten Kolonialsubventionen treten an Bedeutung völlig zurück,
und auch die Admiralitätssubventionen reichen an die Postsubventionen nicht heran. Sie werden an die
Cumard Steam Ship Co. seit dem Jahre 1903 gezahlt, wofür diese sich verpflichtete, im Mobilisationsfalle
die subventionierten Schiffe als Hilfskreuzer bereitzustellen. Es handelt sich vor dem Kriege um zwei,
nach dem Kriege um ein Fahrzeug, wofür 150 000 bzw. 90 000 £ jährlich gezahlt werden. Die beiden
Schiffe wurden 1903 mit Hilfe eines Staatsdarlehens von 2 600 000 £ gebaut, welches der Cunard-Linie
zu dem ausnahmsweise niedrigen Zinssatz von 2%; vH gewährt wurde mit der Verpflichtung, das Darlehen
innerhalb zwanzig Jahren zurückzuzahlen (vgl. auch S. 142). Die Admiralitätssubventionen werden in
dem britischen Marineetat aufgeführt und erscheinen in der vorliegenden Bearbeitung in dem Kapitel
»Landesverteidigung«.
In Großbritannien erfährt die Werftindustrie eine indirekte Unterstützung durch Regierungsaufträge,
Anfang 1926 hat die britische Admiralität besonders die schottischen Werften mit Aufträgen versehen,
da in Schottland die Arbeitslosigkeit und ihre Folgen am bedenklichsten erschienen. Die Werftindustrie
in Irland ist ebenfalls in einer sehr bedrängten Lage. Von 28 verfügbaren Werftplätzen waren im März 1926
nur 9 belegt. Die Regierung von Nordirland hat in Aussicht gestellt, die Notlage durch Gewährung von
Subventionen an die einzelnen Betriebe zu mindern, und zwar soll zu diesem Zwecke ein Teil der verfüg-
baren Mittel zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit verwandt werden.
3. Frankreich,
Die kritische Lage, in welcher sich die französische Handelsmarine schon etwa seit den 70er Jahren
des vorigen Jahrhunderts befindet, gab der französischen Regierung schon früh Veranlassung zu einer
intensiven Schiffahrtspolitik, die in ihren finanziellen Auswirkungen für den französischen Staatshaus-
halt sehr bedeutungsvoll geworden ist. Sie erstreckt sich auf umfangreiche Fahr- und Bauprämien sowie
Postsubventionen und hat zu einem ziemlich weitgehenden Einflusse des Staates auf die subventionierten
Schiffahrtsunternehmungen geführt. Der Staat ist seit 1920 an einer Reihe von bedeutenden Schiffahrts-
linien, wie z. B. der Compagnie des Messageries Maritimes, der Compaqnie de Navigation Sud Atlantique
und der Compagnie Generale Transatlantique, beteiligt.
Im übrigen ist die französische Handelsschiffahrt fast völlig in privater Hand. Eine Ausnahme macht
lediglich der Kanaldienst zwischen Frankreich und England, der mit acht Dampfern der französischen
Staatseisenbahn versehen wird. Die Beschlagnahme der Handelsschiffe durch den Staat sowie der Neubau
einer staatlichen Handelsflotte während des Krieges hatte nur eine vorübergehende Bedeutung. Aus dem
staatlichen Schiffahrtsbetrieb ergab sich ein erheblicher Fehlbetrag und mithin eine Belastung des Budgets,
welche für die 1923 erfolgte Liquidation der französischen Staatsflotte den Ausschlag gab. Die Fahrzeuge
wurden zu gedrückten Preisen und unter günstigen Zahlungsbedingungen in Privatbesitz überführt, so
daß die übernehmenden Schiffahrtslinien auf diese Weise eine Art Subvention erhielten. An erster Stelle
wurden dabei diejenigen Linien berücksichtigt, die den Schiffahrtsdienst nach den französischen Kolonien
versehen.
Die Staatsausgaben auf dem Gebiet der Handelsschiffahrt beschränken sich nach Fortfall der staat-
lichen Handelsflotte im wesentlichen auf die reinen Verwaltungskosten und die Subventionen. Sie ergeben
nach den bearbeiteten Voranschlägen folgendes Gesamtbild:
*) Vorläufige Zahlen.
*) Einschließlich 125 000 £ (73 000 £ Vorkriegskaufkraft) als Beitrag zu den Subventionen der Südafrikanischen Union an die Union Castle
Mail Steam Shin Co.
45‘