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stellen gebildet. Der Wiederaufbau des sonstigen privaten Eigentums wurde dagegen der Initiative der
Geschädigten selbst überlassen; der Staat trug hier nur die Verpflichtung, durch seine Entschädigungs-
zahlungen die Durchführung finanziell zu ermöglichen. ‚Der Wiederaufbau sowohl des öffentlichen wie des
privaten Eigentums erforderte gewaltige Aufwendungen, die nur durch Inanspruchnahme von Krediten
zu ermöglichen waren.“ Am schwierigsten war die Beschaffung der Mittel für die privaten Entschädigungen,
die den Hauptteil des gesamten materiellen Kriegsschadens ausmachten.
Trotz der Schwierigkeiten bei der Aufbringung der notwendigen Mittel ist der gesamte Wiederaufbau
in den Nachkriegsjahren mit verhältnismäßig großer Intensität betrieben worden. Die schwierige Lage
der Staatsfinanzen hat hierin eine ihrer hauptsächlichsten Ursachen.
Die Kosten des Verwaltungsapparates.
Der für die Zwecke des Wiederaufbaues organisierte Verwaltungsapparat hatte seine Spitze im Mini-
sterium der befreiten Gebiete. Ihm unterstand ein dezentralisierter Stab von Behörden, dem teilweise
die Durchführung der staatlichen Wiederherstellungsarbeiten übertragen war, teilweise die Entscheidung
der privaten Entschädigungsansprüche oblag.
Der dafür benötigte Verwaltungsaufwand des Staates erforderte in den ersten Jahren nach
dem Kriege erhebliche Summen, verringerte sich jedoch seit dem Jahre 1920 von Jahr zu Jahr. Nach
dem Berichte des Abgeordneten Jammy Schmidt!) belief er sich
1916 bis 1919....... auf 60,55 Millionen fr. 1988 ver ee re U 183,04 Millionen fr.
LO N 2202 » 928 2 129,97 » »
a PT » Ce » x
Die Anzahl der in diesen Wiederaufbaubehörden beschäftigten Kräfte betrug nach einem Berichte des
Ministers Tardieu?) im Jahre
in in
der Zentral- den Departement- Gesamt
verwaltung verwaltungen
LO 4 000 61 600 65 600
AS A 3 730 23 852 27 582
Orr ent a 769 4719 5 488
Der Wiederaufbau des öffentlichen Eigentums.
Die Wiederherstellung des öffentlichen Eigentums in den besetzten Gebieten hat bis zum 31. Dezember
1925 rund 850 Millionen fr. Vorkriegskaufkraft erfordert, diejenige der Eisenbahnen 750 Millionen fr.
Gegenüber den Gesamtleistungen für den Wiederaufbau erscheinen beide Summen relativ gering.
In der Darstellung des Wiederaufbauwerkes von Edmond Michel’im Journal de la Societe de Statistique
de Paris 1926, Heft 7 bis 9, finden sich folgende Angaben über den Fortschritt der Wiederherstellungs-
arbeiten an öffentlichem Eigentum:
l. Stand der Herrichtungsarbeiten an Wegen, Chausseen, Kanälen, Schleusen und
Nebenbahnen,
Stand der Wiederherstellung in km am 1. Januar.
zerstört 1920 1921 1922 1923 1924 1925 1926
km
Straßen ner r er Wee 9.697’) 8.965. 13481 22074 32652 42360 49300 53 165*)
Brücken EN 6128 880 950 1 563 2 402 3 242 4119 4 884°)
Nebenbahnen A 2 4085) 368 566 1.332 41717 1'980 2302 — 223619)
Stellwerke, zerstört ........ 481
» beschädigt ..... 8 85 175 529 779 888 958 9677
RE 1566 1.041 1 505
KUSER U ee ns 1223 898 89851
Regulierungen .......... 8832 3417
BrEneN 107 204 79 198
2) a.3.0.
*) Temps Nr. 237869 vom 12. September 1926.
"} Von zusammen 120 040 km in der zerstörten Zone.
} Nena ea an DD und 1550 Brücken u. ä. vorläufig wiederhergestellt worden.
\ Außerdem sind 486 km vorläufig wiederhergestellt worden
Davon 450 vollständig fertig.
) Davon 775 vollständig fertig.
m. Yun X Amewrı - } Onykrer &.