Full text: Die Staatsausgaben von Großbritannien, Frankreich, Belgien und Italien in der Vor- und Nachkriegszeit

ıJ— 
Einnahmen der Jahre 1911113. 1912/13 1913/14 
aus: in Millionen £ 
a 33,6 33,5 35,5 
Verbrauchsteuern ............-- 38,4 38,0 39,6 
Erbschaftsteuern ..............- 25,4 25,2 27,4 
Stempelsteuern ............1..04) 9,5 10,1 9,9 
Land-, Haus- und Bergwerksabgaben 2,9 2,0 2,7 
Einkommensteuer”... ...... 04. 44,8 44,8 A7,2 
Zuwachssteuer du re Han 0,5 0,5 0,7 
Steuereinkünfte insgesamt .... 155,1 154,8 163,0 
Post, Telegraphie und Telephon ... 25,7 29,2 30,8 
Kronländereien 2..0.. Hr ee 0,5 0,5 0,5 
Dividenden und Zinsen ........... 13 1,4 1,6 
Verschiedene Einnahmen ......... 2,5 2,9 2:3 
Nichtsteuerliche Einnahmen... 30,0 34,0 35,2 
Gesamteinkünfte .... 185,1 188,8 198,2 
ec. Der Ausgleich der Einnahmen und Ausgaben. 
Die Steigerung des britischen Finanzbedarfs führte, nachdem der sozialpolitische Aufgabenkreis des 
Staates 1909 wesentlich erweitert worden war, zu der Finanzreform des Jahres 1909/10, durch die die An- 
passung der ordentlichen Einnahmen, insbesondere der Steuereinnahmen, an den wachsenden Staatsbedarf 
ermöglicht wurde. Es bestand daher für Großbritannien keine Notwendigkeit, auf außerordentliche 
Einnahmequellen zurückzugreifen, und man hat von solchen Mitteln der Finanzierung auch nur sehr 
selten Gebrauch gemacht. Im Gegenteil sind vielfach ordentliche Einnahmen zur Deckung außerordent- 
licher Ausgaben verwandt worden, und zwar wurden die in der Zeit vor dem Kriege erzielten Über- 
schüsse des Staatshaushaltes vor allem zur Beschleunigung der Schuldentilgung herangezogen. 
- ; +) Überschuß 
Am 31. März Einnahmen Ausgaben SO Defizit 
in Millionen £ 
10 151,3 156,8 — 5,5 
190500 - We 153,2 151,8 + 1,4 
1906 ren 153,9 150,4 + 3,5 
1007 2er 185,0 149,6 + 5,4 
1908 2.7 1565 151,8 + 4,7 
1909 ee 151,6 152,3 — 0,7 
1910 5... 131,7 157,9 
JE el 203,9 ra 5 
1912 u. Ber * 188,1 178,5 + 6,6 
198 ee 188,8 188,6 + 0,2 
1 198,2 197,5 + 0,7 
Il. Die britische Finanzwirtschaft während des Krieges. 
a. Die Entwicklung der Ausgaben. 
Der Krieg führte naturgemäß zu einer ganz erheblichen Steigerung der Staatsausgaben, zu deren Deckung 
die ordentlichen Einnahmen nicht mehr ausreichten. Es erwies sich eine vollkommene Umstellung der 
Wirtschaft und Verwaltung auf die Kriegsverhältnisse als notwendig. Die Verwaltungsbehörden wurden 
vielfach mit außerordentlichen Befugnissen ausgestattet und gezwungen, in Interessensphären einzu- 
greifen, die vorher vollkommen oder wenigstens überwiegend von staatlicher Beeinflussung nicht betroffen 
waren. In erster Linie jedoch nahm die Militärverwaltung während des Krieges an Umfang und Be- 
deutung zu. Die Verteidigungsgesetze (Defence of the Realm Acts) stellten Großbritannien unter Kriegs- 
recht. Die Anpassung der Heeresorganisation an die wachsende Truppenstärke, die vor dem Kriege 
148 000, Anfang des Jahres 1918 dagegen 7,5 Millionen Mann betrug, erforderte erhebliche Kosten. Die 
Organisation für die Einstellung von Millionen unausgebildeter Männer mußte erst während des Krieges 
neu geschaffen werden. Durch den Military Service Act vom 27. Januar 1916 wurde die allgemeine Wehr- 
pflicht eingeführt, deren Umfang durch eine Reihe von Gesetzen im Laufe der Kriegszeit noch ausgedehnt 
ıe
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.