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Ausgaben (netto) für 1919/20 1920/21_ 1921/22 1922/23 1923/24 1924/25
in Millionen £
HOLEN RER a 181,5 95,1 45,4 43,6 44,8
CE 156,5 88,4 80,8 56,2 52,6 55,6
Tuftschiffahrt‘.......... 52,5 23,3 13,6 9,4 9,6 14,3
Zusammen .... 604,0 293,2 189,5 111,0 105,8 114,7
Der Rückgang der Ausgaben für Landesverteidigung wurde vor allem durch einen Abbau des Mann-
schaftsbestandes ermöglicht, der im Jahre 1914 320 100, am Tage des Waflenstillstandes 4725 000, am
1. April 1921 460 500, 1923 283 500 und im April 1925 282 600 betrug.
Ungleich schwieriger erwies sich die Reduktion der Ausgaben für den Zivildienst (Civil Services). Mit
Beendigung des Krieges wurde eine Reihe von für den Krieg eigens geschaffenen Zivilbehörden überflüssig.
deren Auflösung jedoch nur allmählich und in dem Umfange erfolgen konnte, in dem sich auch die wirt-
schaftlichen Verhältnisse konsolidierten. Ein schneller Abbau der Zivilverwaltung war auch deswegen
nicht möglich, weil die Kriegspensionen und die Fürsorge für die Kriegshinterbliebenen einen V. erteilungs-
apparat von erheblichem Umfange bedingten. Weiterhin erwies sich die Errichtung eines Verkehrsmini-
steriums als notwendig; die während des Krieges in eigene Regie des Staates übernommenen Bahnen
wurden zwar den Gesellschaften wieder zurückgegeben, doch blieb ein starkes Interesse des Staates an
dem Verkehrwesen bestehen, das sich in einer weitergehenden Beaufsichtigung auswirkte. Hinzu kam
die Auseinandersetzung über die den Eisenbahngesellschaften zu zahlenden Entschädigungssummen {für
Abnutzung usw. während des Krieges. Abgesehen von den erhöhten Überweisungen an den Straßenbau-
fonds erfuhr die staatliche Tätigkeit eine Erweiterung auf dem Gebiete des Verkehrswesens, auch infolge
der Förderung der privaten Luftschiffahrt, die aber nicht in das Ressort des Verkehrsministeriums, son-
dern in das des 1917 errichteten Luftfahrtministeriums eingereiht wurde. Die Finanzpolitik wurde da-
durch insofern berührt, als der Staat sich auf Jahre hinaus zur Gewährung von Subventionen verpflichtete,
Eine starke Steigerung der Ausgaben erfolgte für soziale Zwecke. An erster Stelle stand die Versicherung
gegen Arbeitslosigkeit, die infolge der im Jahre 1921 ausgebrochenen‘ Wirtschaftskrise einen weit über das
Vorkriegsmaß hinausgehenden Zuschuß der Staatskasse (15 Millionen £ bis zum Jahre 1924) benötigte.
Außerdem wurden für die Förderung des Wohnungsbaues staatliche Gelder zur Verfügung gestellt. Die
Ausgaben für Gesundheitswesen wurden erheblich erweitert, was schon rein äußerlich in der Umwandlung
der Local Government Boards in ein Gesundheitsministerium (Ministry of Health) 1919 zum Ausdrucke
kam. Die Krankenversicherung stellte erhöhte Anforderungen. Die Ausgaben zur Förderung der Aus-
wanderung — ein Mittel zur Bekämpfung der großen Arbeitslosigkeit — wurden wesentlich erhöht. Die
seit 1886 bestehende, vom Staate subventionierte Auskunftsstelle für Auswanderer (Emäigrations Infor-
mation Office) wurde in eine Regierungsbehörde, das Oversea Settlement Committee, umgewandelt. Auf der
Reichskonferenz vom Jahre 1921 wurde die Auswanderung nach den Dominions (hauptsächlich Canada
und Australien) empfohlen, und durch den Empire Settlement Act wurde die britische Regierung ermäch-
tigt, mit den Dominions Ansiedlungspläne zu vereinbaren und von deren etwaigen staatlichen Zuschüssen
einen Teil zu übernehmen. Für die innere Kolonisation wurden Staatsgelder gewährt, um die Kriegsteil-
nehmer und Arbeitslosen auf dem Lande anzusiedeln. Auch auf dem Gebiet des Bildungswesens hat der
Staat in der Nachkriegszeit seine Tätigkeit und damit seine Ausgaben immer mehr erweitert.
Erhebliche Veränderungen erfuhren ferner die Ausgaben für Auswärtiges und Kolonialwesen infolge der
Abtretung türkischer und deutscher Gebiete an Großbritannien als sogenannte Mandatsgebiete.
Insgesamt betrugen die Ausgaben (netto) für Civil Services in den einzelnen Jahren:
IS 53,9 Millionen £
19202 er e 460,2 » 3
WO 449,7 , »
1922/28 0 286,8 S
1928/24... 2
1924/26004.
192606 el
Es wurde schon darauf hingewiesen, daß die Vergleichbarkeit der Zahlen seit 1922/23 durch die in diesem
Budget erstmalig in Fortfall kommenden Ausgaben für Südirland beeinträchtigt ist. Es läßt sich jedoch
feststellen, daß seit diesem Jahre auch die Zivilausgaben von Großbritannien allein sich ständig verringert
haben. Dies hatte sowohl in der damals einsetzenden Deflationspolitik als in den allgemeinen Spar-