18 Amsterdam.
Der Wert der hier umgesetzten Waren
beträgt jährlich 23 Mill. Mk. A. ist
Hauptplatz für den Shawlhandel, die
großen Shawlfirmen von London und
Paris haben hier ihre ständigen Agenten.
Amsterdam, Hauptstadt und erster
Handelsplatz des Königreichs der Niederlande,
am Einfluß der Amstel in den
Meerbusen 2), durch Kanal mit der Utrechter
Vecht und so mit dem Rhein, durch
den Nordseelanal mit der Nordsee verbunden;
Ausgangsstation der Niederländischen
Rheinbahn und der Hofländischen
Bahn; Station der Perlberger Reederei
zu Hamburg, der Nederlandsche Stoomboot
Maatschappij, Dampfschiffgeseflschaft
Nederland (beide hier doiniziliert), Porkshire
Coal and Steamship Co.; (i87o)
317,021 Einw. Deutsches Konsulat(Amtsbezirk:
der nördlich des Rheins bis zu seiner
Mündung gelegene Teil der Niederlande,
mit Ausschluß des Bezirks deö
Konsulats in Groningen); Handels- und
Gewerbekammer, Handelsgericht und
Entrepot; Börse (besonders Kornbörse),
Essektensocietät (wichtige Winkelbörse für
Fonds, namentlich holländische, russische
und österreichische Staatspapiere und Aktien);
Amsterdamsche Bank, Banque de
Paris et des PayS-Baö, Kas Vereeniging,
Niederlandisch-Jnd. Handelsbank, Twentsche
Bankvereeniging. — Die bedeutende
Fabrikthätigkeit hat als Specialitäten:
Diamantschleifereien (fünf große mit
Dampfmaschinen und eine Anzahl kleinerer);
große Zuckerrafsinerien, von denen
mehrere 10 Mill, kg Zucker verarbeiten;
Dampfmaschinenfabriken (die größte, mit
1500 Arbeitern, verausgabte 1879 anMaterial
und Arbeitslohn 2,461,600Mk.; die
Fabrik »de Atlas« baut die kleinen Panzerfahrzeuge
für die Regierung). Großartig
sind ferner die Tabak- und Cigarrenfabrikation,
Bierbrauerei re. Die hohe Bedeutung
der Stadt bericht aber in ihrem ausgedehnten
Handel, denn hier konzentriert sich
(zusammen mit Rotterdam) der gesamte
Berkehr der Niederlande, und man hat keine
Kosten gescheut, nin denselben zu stützen
und zu heben. Große Docks (das Westerdock
allein mit Raum für 1000 Schiffe)
sind erbaut und ungeheure Magazine angelegt
worden. Da der Pampus, welcher
den Hafen von A. mit der Znidersee verbindet,
immer seichter wurde, so legte man
den 93 km langen, 8 m tiefen und 30 m
breiten, für die größten Seeschiffe fahrbaren
Nordholländischen Kanal bis zur
Nordspitze, dem Helder, an (Kosten 13 %
Mill. Mk.). Dann hat man einen kürzern
Kanal vollendet, welcher A., westlich dem
2) folgend, direkt mit der Nordsee verbindet.
Dadurch haben sich die Lokalspesen
des Amsterdamer Hafens nm mehr als die
Hälfte ermäßigt; 1879 liefen
ein: 1493 Schiffe von 1959483 Kubikmeter
aus: 1440 - - 1888898 -
davon im Eingang 842 Dampfer von
1,279,832 cbm, im Ausgang 798 Dampfer
von 1,187,725 cbm. Deutsche Schisse verkehrten
1880 hier 98 (27 Dampfer) von
30,276 Ton. Die Amsterdamer Handelsflotte
bestand 1880 aus 125 Segelschiffen
von 71,339 Ton. nnd 38 Dampfern von
50,515 T. Die Schiffahrt auf dem Rhein
ist in den Händen der Amsterdamer Rheindampfschissahrts-Gesellschaft,
welche 1878
an 9 Mill, kg Güter transportierte, und
der 2lmsterdamer RheinschleppschifsahrtS-Gesellschaft.
— Handelsartikelsind in
erster Linie: Kaffee, Zucker. Thee, Reis,
Indigo, Muskaten, Macis, Nelken, Pfeffer,
Zinn, die Produkte der ostindischen
Kolonien, welche durch dieHolländisch-Ostindische
Handelsgesellschaft (Maatschappij)
dem Amsterdamer Markt zugeführt werden.
Die monatlichen AuktionenvonJavakasfee
sind für halb Europa maßgebend,
obschon Hamburg weit bedeiltendere Zufuhren
erhält. 2lus Ostindien allein em-21.1877:
698,591,1878: 493,439,
1879: 465,626 Ballen Kaffee. Ebenfalls
aus Ostindien, zum kleinern Teil auS Surinam,
Brasilien u. a. kommen die großen
Quantitäten Rohzucker, welche 21. verarbeitet
und raffiniert ausführt (1878 nur an
Raffinaden zur See 37,5 Mill, kg, auf
Flüssen 4,i Mill. kg, Per Eisenbahn 4,5
Mill. kg). Andre wichtige Handelsartikel
sind: Thee, Tabak, Häute und Stuhlrohr;
von Farbwaren: Gelb- und Sapanholz,
Quercitron, Curcuma ; von Droguen : Cassia
vera, Kopal, Dammarharz, Kautschuk,
Guttapercha. Bon Baumwolle lvurden