Arbeitsleute nach dem Rhein, der Havel, der Oder gesandt wurden,
die überall das Holz für holländische Rechnung kauften und sofort
schlugen!). Neben dem Schiffbau hat das Holzgewerbe an
der Zaan ein überaus lebhaftes Treiben und große Geschäftstätigkeit
geschaffen. Nach Burgers Chronik?) bestanden 1708 in Ostund
Westzaan 183 Sägemühlen, von den anderen Industrien dienenden
Mühlen hier zu schweigen. Auch diesem Gewerbe brachte die
Mitte des Jahrhunderts den Rückgang; der englische Krieg und
die in England eingeführte Belastung des Wagenschott, die einem
Einfuhrverbot gleichkam, hatten den Abbruch vieler Sägemühlen
zur Folge; zwischen 1745 und 1775 gingen mehr als 100 Balkensägemühlen
ein.
An alten, bodenständigen niederländischen
Gewerben haben wir zunächst zu nennen die Bierbrauerei.
Gebraut wurde im Mittelalter wohl in allen niederländischen
Städten. Hervorragend war dieses Gewerbe be -
sondervsiin Delft, Leiden, Amsterdam, Dordrecht,
Rotterdam; Gorinchen; Alkmaar,
schwächer in Enckhuizen?. ‚Amsterdam: zählte
1544: 10, 1557: Ir Brauereien; sehr stark war die Brauerei hier
nicht; fremde Biere genossen Vorzug; das Amsterdamer Wasser war
schlecht*). Das Braugewerbe war hier vielfach mit Großhandel verbunden;
mehrere Glieder der Vroedschap waren zugleich Kaufleute
und Brauer®). Delft hatte, solange es eine rege Brauerei besaß,
auch einen lebhaften Getreidemarkt; mit der Brauerei verfiel
jener®). Im 17. Jahrhundert ist ein allgemeiner Rückgang der
Brauerei unverkennbar. Delft zählte Ende des 17. Jahrhunderts
1) Über Holzlieferungsverträge zwischen Frankfurtern und Holländern im
17. und 18. Jahrhundert vgl. Dietz, Frankf. Handelsgeschichte, IV,2, S. 475 ff.
Über Holzbezüge von der Ostsee vgl. oben S. 109.
2 Honig, 1,2718
3 Timmer, De generale brouwers, S. 2 ff.
‘ter Gouw, V, 437. Das meiste Bier, das in Amsterdam genossen
wurde, wurde in Weesp hergestellt, da das Amsterdamer Wasser sich schlecht dazu
eignete (Bericht des ven. Gesandten 1611 bei Blok, Rel. Ven., S. 92).
°) Elias, Vroedschap, S. 454 (Rendorp); S. 174 (Gerrit Bicker, Pietersz)
u. a. m. Zwischen den Bierzapfern und Brauern standen in Amsterdam die „Bierbeschooiers‘“‘
(van Ravesteyn, S. 141).
%) Blink, Boerenstand; MM) 35. . Un ger, Graanhandel, S. 360 f.
Baasch, Holländische Wirtschaftsgeschichte,
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