Full text: Holländische Wirtschaftsgeschichte

baumaterialien im Zolltarif nur gering belastet, vorzüglich seit 1725, 
wenigstens in der Einfuhr; in der Ausfuhr dagegen noch ziemlich 
hoch, was natürlich den Handel mit diesen Waren benachteiligte*). 
In einigen russischen Artikeln verschafften sich die Holländer zeit- 
weilig Monopole; so in Hanf, namentlich aber in Teer. Beim Tode 
Peters des Großen besaßen die Holländer Lups und 
Meyer ein Monopol auf Teer; für den freien Handel mit dieser 
Ware war das natürlich höchst nachteilig, und von Holland aus 
wurden solche Monopole bekämpft®?). 
Es blieb im Holzhandel aber nicht bei der einfachen Weiterver- 
sendung der aus dem Osten und Norden kommenden Holzmengen, 
sondern es entstand im Anschluß an diese Zufuhren eine sehr aus- 
gedehnte Holzbereitungsindustrie. Zahlreiche Säge- 
mühlen entstanden im 17. Jahrhundert an der Westseite der Zaan 
und bereiteten hier das Holz für den Hausbau daheim und im Aus- 
land zu; das sich räumlich mächtig ausdehnende Amsterdam war 
der nächste, stets abnahmefähige Käufer. Insbesondere der sog. 
Wagenschott, das meist zum Schiffbau verwandte gespaltene Eichen- 
holz, war sehr begehrt?). Auch in Amsterdam entstanden Säge- 
mühlen; und man verbot dort die Einfuhr gesägten, die Ausfuhr 
des rohen Holzes. Wie beim Schiffbau förderte dies Verbot nur 
den eigenen Handel der Zaanländer, die nun aus Hamburg, Königs- 
berg, von der Eider und Norwegen das Holz direkt bezogen“). 
Ganze Holzflotten fuhren rheinabwärts bis Dordrecht, wo sich 
auch ausgedehnte Holzsägereien befanden, und an den Wällen 
Amsterdams vorbei; ja aus Deutschland sandte man sogar Holz 
in Kommission nach Zaandam, wofür sich hier Kontore bildeten. 
Der Holzbedarf war so groß, daß von Zaandam und Westzaan aus 
3) Verviers, S.109£ 
2) Scheltema, I, 228; 111 167; 305 £.; IV,2ı1, 218 f.; Elias, Vroed- 
schap, S. 879. Vor Lups und Meyer hatte Anfang des 18. Jahrhunderts das 
holl. Haus Thesing ein Teermonopol (Scheltema, III, 167), vgl. unten $ 8; 
über Verpachtung der Hanf- und Juchtenausfuhr an holländische Kaufleute 1653, 
vgl. Kulischer, S. 349. 
3) Nach Büsch, Bemerkungen S. 50, ging der holländische Wagenschott 
z. T. in dieselben Länder zurück, die es als rohes Holz ausgesandt hatten; nun 
seien es dünne Bretter. Nach Rotterdam wurden 1753: 5620 Stück Wagenschott 
im Werte von 131640 fl. eingeführt (Dobbelaar, a. a. O.). 
ä Honig, 1,267 4f. 
r 112
	        
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