werker sich darauf legten!). Günstig war auch die absolute
Freiheit der Produktion, die zuerst nicht zu hoch
besteuert war; erst in späterer Zeit machte sich die Belastung
fühlbarer. Die Besteuerung des Trunkes erfolgte beim Einkauf
durch den Verzapfer oder Kleinhändler; die Erzeugung und der
Handel waren frei, die Ausfuhrabgabe nur gering (1725: 1?! /,11. per
Oxhoft von etwa 21/, Hektoliter)?). Außerdem bestanden sehr gute
Exportmöglichkeiten; schon Ende des 17. Jahrhunderts war ein
großer Absatz in Deutschland?), England, den Ostseeländern,
Ost- und Westindien, später auch in Nordamerika.
Als die Brennerei in Schiedam Aufnahme fand, bestimmte
die Regierung, daß nur Roggen und Malzmehl verwandt werden
dürften. Gegen die Verwendung von Buchweizenmehl ergriff man
schon 1698 Maßregeln. Später wurden mißbräuchlich auch Ro-
sinen, Pflaumen und andere Früchte verwandt; 1759 wurde ein-
mal ein Oktroi nachgesucht für die Herstellung von Arak aus
Weichselkirschen?). Das für die Brennerei benutzte Malz kam
meist aus England; als während des letzten Krieges mit England
die Malzmacher Hollands ein Verbot der Malzeinfuhr von dort
verlangten, widersprachen die Brenner, die als Folge eines solchen
Schritts ein englisches Verbot der Einfuhr von Genever und Malz-
wein befürchteten und meinten, englisches Malz werde doch über
Ostende hereinkommen. Auch die Schiedamer Malzmacher forderten
1782 die Abschaffung des Eingangszolls auf fremde Gerste, da-
gegen die Erhöhung der Zölle auf auswärtiges Malz. Letzteres Ge-
such wurde jedoch abgelehnt und ausdrücklich das Interesse der
Brenner als das wichtigere bezeichnet®).
Die Ausfuhr des Schiedamer Branntweins
nahm meist den. Weg über ‚Rotterdam ‚und
Amsterdam. Die direkte Ausfuhr von Schiedam war vor
!') Bijlsma, Rott. Welvaren, S. 107.
2?) Dobbelaar, a.ja. JO.
°) In Hamburg wurde in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts Branntwein
aus Amsterdam und Frankreich eingeführt, ohne daß ersichtlich ist, ob ersterer nie-
derländischen Ursprungs war (Baasch , Seeschiffahrt und Warenhandel, S. 351 £)
‘van Riemsdijk, S. 58f. Nach Volkmann, 5. 486 wurde
der Schiedamer Branntwein meist aus Wachholderbeeren hergestellt; das traf wohl
nur für den Genever zu.
5) van Riemsdijk, S. 601.
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