fullscreen: Der Weg der Reparation

schwer sagen; Vielleicht hätte ein rascher Entschluß auch die 
Entscheidung der Reparationskommission festgelegt und schon in 
Cannes ein Ergebnis gesichert, das erst nach Monaten unter un- 
säglichen Schwierigkeiten und viel zu spät zustande kam, 
In Cannes trat nach Schluß der Konferenz eine Kommission 
von alliierten Sachverständigen zusammen, um über die Be- 
dingungen eines Moratoriums für 1922 zu beraten, Ihr Bericht 
vom 14, Januar 1922 ging auch der deutschen Regierung ver- 
traulich zu. Er adoptierte die bereits genannten Ziffern, nämlich 
Barzahlungen von 720 Millionen und Sachleistungen in Höhe von 
1450 Millionen Goldmark, Die Besatzungskosten für 1922 sollten 
nicht mehr als 220 Millionen Goldmark betragen und aus den 
deutschen Sachleistungen bestritten werden, Als Vorbedingung 
für das Moratorium sollte Deutschland eine Reihe von Garantien 
geben, die praktisch auf eine scharfe Kontrolle der deutschen 
Steuer- und Finanzgesetze durch das Garantiekomitee der Repa- 
rationskommission hinausliefen, Letzteres sollte seinen Sitz in 
Berlin nehmen. 
Der Bericht beschäftigte sich schließlich auch mit der Verteilung 
der deutschen Barzahlungen unter die Alliierten, Danach sollte 
Frankreich aus den Barzahlungen Deutschlands vom 1. Mai 1921 
bis Ende 1922 den Betrag von 140 Millionen Goldmark für Be- 
satzungskosten erhalten, England waren für den gleichen Zweck 
bereits früher 500 Millionen zuerkannt, Der gesamte Rest sollte 
an Belgien fallen, 
In einer sorgfältig vorbereiteten Note vom 28, Januar 1922 
legte Deutschland dem Verlangen der Reparationskommission 
entsprechend ein Reformprogramm für den Haushalt und den 
Notenumlauf nebst Garantien, ferner ein vollständiges Programm 
für Barzahlungen und Sachleistungen im Jahre 1922 vor, Die Note 
verwies auf ein dem Deutschen Reichstag soeben vorgelegtes 
umfassendes Steuerprogramm (Steuerkompromiß), das durch eine 
Reihe von erhöhten direkten und indirekten Steuern eine wesent- 
liche Steigerung der Einnahmen bringen sollte, Sie kündigte 
wesentliche Ersparnisse im Reichshaushalt an und stellte für Post 
und Eisenbahn die Deckung der Betriebsausgaben durch die Be- 
4 4%) 
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