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Verfall der niederländischen Tuchindustrie im Beginn des 18. Jahr-
hunderts beigetragen; aller Widerstand der Droogscheerder dagegen
fruchtete nichts!). England verfügte über den besten Rohstoff
und untersagte seine Ausfuhr. Es war begreiflich, wenn Amsterdam
und Rotterdam die verbotene Zufuhr nicht erschwerten, nament-
lich im Hinblick auf die damaligen veralteten Methoden der nieder-
ländischen Industrie. In den Interlopers fanden beide Städte
reichlichen Ersatz für die Adventurers; als sich 1682 der Court
noch einmal in Rotterdam niederlassen wollte, scheiterte das an
dem Widerstande der Kaufleute; von den freien englischen Kauf-
leuten hatte man viel mehr Nutzen als von den Merchant Adven-
turers, die nicht immer anspruchslos auftraten?).
Nicht viel anders, nur einfacher, verlief die Geschichte
des schottischen Stapels. Unterschied er sich 'nach
Organisation und Zweck auch von dem englischen Stapel nicht un-
wesentlich?), was uns hier aber weniger interessiert, so war doch
der Lauf der Dinge im Verhältnis zu den Niederlanden ziemlich
derselbe bei beiden Einrichtungen. Auch die Schotten hatten seit
dem Mittelalter einen Stapel, der sich bis zum Ausbruch der nieder-
ländischen Unruhen in dem kleinen seeländischen Orte Veere
auf der Insel Walcheren befand. Als sich 1572 Veere für Wil-
helm von Oranien erklärte, verließen die Schotten den
Ort und siedelten nach Brügge über, doch scheinen viele von
ihnen in Veere geblieben zu sein; um 1575 war der Stapel wieder
hier‘). /-König‘ Jakob VI. von Schottland: verlieh‘ 1578 dem
Stapel in Veere den wirklichen, alle anderen schottischen Nieder-
lagen ausschließenden Monopolcharakter. Der Inhalt und der Be-
griff der von diesem Stapel betroffenen sog. Stapelgüter schwankte
von vornherein außerordentlich ; ursprünglich waren es Salz, Kohlen,
Lachs, Strümpfe, später auch Heringe, Blei. Darüber bestanden
ı) te Lintum, S. 220ff. Davenant schätzte die Ausfuhr wollener
Stoffe nach Holland für ein Jahr auf ı 339 526 £ (The Brit. Merchant, I, S. 27).
?) In England bedauerte man vielfach die Auswanderung vieler dortiger
Geschäftsleute nach den Niederlanden und sah in ihr einen Verlust für England
(so: The Brit. Merchant, Vol. I, 3. ed. 1748, S. 146).
3 Davidson & Gray, S. 340off. Die Organisation des schottischen
Stapels und seine Politik war in mancher Hinsicht derjenigen der Hanse ähnlich.
4‘) Rooseboom, S. 83 ff.
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