vor, ‘daß sie ganz in die Hände der Holländer, Hamburger und
Lübecker übergegangen war!). Auchin Stettin stand, namentlich
seit es 1720 preußisch wurde, der holländische Schiffahrtsverkehr
an erster Stelle, und zwar nicht nur im Verkehr mit den Niederlanden
selbst, sondern auch mit anderen fremden Ländern, so mit
Frankreich, von wo die holländischen Schiffe Salz und Wein brachten?).
Die niedrigeren Frachten der Holländer schlossen die Einheimischen
vielfach völlig aus dem Verkehr aus. So wurde 1736
die Salzfracht Stettin—Emden von dem königl. Salzfaktor
für 8 Rtlr. per Last an holländische Schiffe vergeben; die Stettiner
hatten 9 Rtlr. gefordert?). Ähnlich ging es im Holzhandel.
Dieser konnte nur geringe Frachten tragen; und da die Stettiner
Schiffer bei mangelnden Rückfrachten zu hohe Sätze verlangten,
so bediente man sich mit Vorliebe der Holländer, die, mit Ladung
ankommend, sich zu niedrigen Preisen verstanden. Überdies hatten
die holländischen Schiffe, die für die heimischen Binnenfahrten
gebaut waren, einen so geringen Tiefgang, daß sie, ohne zu leichtern,
die flachen Gewässer des Stettiner Haffs passieren konnten‘*).
So gewannen durch die Benutzung der eigenen Schiffe, in denen
sie die Ostseegüter holten, die Holländer Fracht und Provision;
die Stettiner sandten ihre Waren nach Holland meist in Kommission,
wodurch den holländischen Kaufleuten mehr Gewinn zufloß,
als wenn sie die Bezüge von Stettin für eigene Rechnung gemacht
hätten’). In der Mitte des 18. Jahrhunderts verschafften
sogar vielfach Stettiner Kaufleute den holländischen Schiffern in
Stettin Frachten durch Vereinbarung mit den Maklern in Holland,
nach der die holländischen Schiffe nur teilweise beladen nach
Stettin kamen und von den hier ausbedungenen Frachten dann
dem Stettiner Kaufmann 75% abgeben mußten‘).
Am stärksten waren die Beziehungen der
Holländer zu Danzig; als natürlicher Ausfuhrhafen der polnischen
Getreideproduktion übte es auf jene die größte Anziehungs-2)
Baasch, Schiffbau, S. 145.
? Rachel, 0; S. 8315.
3 Rachel, WU, S: 446, Anm. I.
* Schmidt; Stettin. Handel, 11 S.193, 216.
5) Schmidt, III, S. 195. Nach dem siebenjährigen Kriege bezog Holland
sein Holz weniger von der Ostsee als vom Rheine (ebenda, S. 214).
6) Baasch, Schiffbau, S.. 321.
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