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die unter König Ludwig vorgenommene Verwaltungsreform
fast ausgeschaltet!); die jetzt eingeführte französische departe-
mentale Organisation wirkte weiter in derselben Richtung?). Hatten
Kaufleute und Fabrikanten sich der Hoffnung hingegeben, daß nun
ein freier Verkehr mit den übrigen ausgedehnten Gebieten des
Empire eintreten werde, so sahen sie sich getäuscht; trotz aller Zu-
sagen wurden die Zollinien, die die Niederlande von den belgischen
und hanseatischen Departements und dem Rheinland schieden,
niemals aufgehoben?). Seitens der Niederlande ergingen Vor-
stellungen an den Kaiser mit dem Zweck, für den völlig verfallenen
Handel Förderung zu erzielen; die Rotterdamer Kaufleute emp-
fahlen stärkere Vermehrung der Ein- und Ausfuhr von Rohstoffen
und größere Verkehrsfreiheit ; auch eine Herabsetzung der auf Kolo-
nialwaren ruhenden Abgabe von 50°/, auf 40°/, wurde vorgeschlagen
und die völlige Befreiung von Baumwolle, Fischleim, Elefantenzähnen
Gummi, Farbholz, Tabak und Reis von dieser Abgabe. Insbesondere
legte man Wert auf die Einrichtung eines „Entrepöt fictif‘, um den
Handel mit dem Rhein, dem Norden und Osten aufrecht zu er-
halten. Das einzige, was erreicht wurde, war die Herabsetzung
der genannten Abgabe auf 40 % für einige Artikel. Was besonders
drückte, waren die vielen Zollbelästigungen, die zahlreichen Geleit-
scheine (Acquits a caution), denen sogar die ganz kleine Binnenfahrt
unterworfen war*). Doch scheiterten alle Bemühungen, hierin
Wandel zu schaffen. Als ebenso nichtig erwiesen sich die Erwar-
tungen auf eine infolge der Einverleibung eintretende Zunahme
des Handels mit Wein, Krapp, Flachs. Nur der Wunsch, einen
freien Transitverkehr rheinaufwärts zu erhalten, wurde Rotter-
dam erfüllt; dadurch wurde es mit Amsterdam, dem dieser Handel
bereits bewilligt war, gleichgestellt). Auch das Entrepot, das
wirkliche und fiktive, wie es Antwerpen schon besaß, erhielt Rotter-
dam später; dagegen wurde das Land, dem von der Kaufmann-
schaft geäußerten Wunsch zuwider, mit der Einführung der fran-
) Gosses u. Japikse, S. 397.
?) Ebenda, S. 402 f.
3 Koch, S. 1; Sautijn Kluit, S. 162 ff.
‘Über die fremden Douaniers und ihre Bedrückungen vgl. Jorissen,
S. 1
5) Koch, S. 812.
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