Full text : Holländische Wirtschaftsgeschichte

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Zunahme des Rheinschiffahrtsverkehrs in Verbindung mit dem Anwachsen
 der deutschen Industrie förderte außerdem den Bau von
größeren Binnenschiffen. Allerdings übertraf namentlich im Dampfschiffbau
 das Ausland immer noch die einheimische Produktion,
wenigstens im Tonnengehalt; zwischen 1881—1885 wurden in den
Niederlanden gebaut 5 Dampfschiffe mit 12 643 cbm!), im Ausland
für niederländische Rechnung 6 Schiffe mit 22 098 cbm; 1909 waren
es 18 Schiffe mit 62 948 cbm gegen ır mit 89316 cbm: dagegen
wurden 1909 im Inlande gebaut 62 Segelschiffe von 17 118 .cbm
gegen 2 Segelschiffe mit 3723 cbm im Auslande?).
Von Interesse war auch die örtliche Verschiebung
in der Werftindustrie. Im Jahre 1819 stand Friesland
mit ı01 Werften an der Spitze der insgesamt 380 Werften: ihm
folgte Groningen mit 74. Im Jahre 1858 stand Südholland mit 205
Werften an der Spitze der insgesamt 642 Werften, nach ihm kam
Friesland mit 119 Werften; 1874 gab es insgesamt 609 Werften, von
denen allein Südholland 174, Friesland 122 hatte. Im Jahre 1906
war die Zahl der Werften auf 423 gesunken; Südholland besaß von
ihnen 137, Nordholland 99, es folgte Groningen mit 40; von den
18 070 Arbeitern, die auf Werften beschäftigt waren, kamen mehr
als die Hälfte, 9621, auf die südholländischen, 4138 die nordholländischen?).
 Die Hauptschiffsbautätigkeit vollzog sich jetzt an der
neuen Maas, holl. Ijssel, Leck, Noord und Unter-Merwede. Die
größten privaten Werften, auf denen Postdampfer und Kriegsschiffe
gebaut wurden, befanden sich in Amsterdam, Rotterdam, Vlissingen.
Es wurde auch nicht unbeträchtlich für auswärtige Rechnung gebaut;
 1909 allein 2605 Schiffe, namentlich für England und seine
Kolonien. In umfangreichem Maße arbeitete ferner die holländische
Schiffbauindustrie für dieRheinschiffahrt und die deutsch-rheinischen
Auftraggeber*). Noch immer aber wurden die meisten großen
Schiffe für die eigene Handelsschiffahrt im Auslande gebaut, was
wohl an den hohen Arbeitslöhnen und daran lag, daß man fast alle
EA I Last = 1,89 alte Tonne = 4,184 cbm.
?) Die Niederlande waren 1913 der beste auswärtige Kunde für die englischen
Werften mit einer Produktion von ı 3 Schiffen mit 89 992 Tons, d. h. beinahe 5%
der englischen Gesamtproduktion (Rott. Handelsk., Auszug a. Jahresbericht 1913,
S. 135).
a Everwijin, I, S. 92;
$) Wirminghaus, 5. 74.

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