Full text : Holländische Wirtschaftsgeschichte

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Kanal war im November 1883 fertig. Dieses große und sehr teure
Werk, das über 37 Mill. fl. gekostet hat, brachte Amsterdam endlich
 die lang erstrebte direkte Verbindung mit dem Meere. Es war
seltsam genug, daß eine Stadt, die schon 300 Jahre vorher das
Weltmeer beherrschte, erst eine gute Verbindung mit diesem bekam,
 als sie ihre Vorherrschaft über das Meer längst an andere,
in dieser Beziehung glücklichere Städte hatte abtreten müssen.
Auch nach seiner Fertigstellung konnte der Kanal Amsterdam nicht
dasjenige wieder verschaffen, was es in weltwirtschaftlicher Hinsicht
seit langem verloren hatte. Dazu gehörten noch andere Faktoren,
die sich mit der Lage zur See nicht so nahe berührten. Immerhin
brachte der Kanal schon sehr schnell Amsterdam eine beträchtliche
Zunahme des Verkehrs‘).
Ebenso wie Amsterdam erhielt Rotterdam in der zweiten
Hälfte des 19. Jahrhunderts eine bessere Seeverbindung. Waren
auch hier die Verhältnisse einfacher als bei Amsterdam, da
Rotterdam an einem wasserreichen Strom lag, so war doch die
Mündung durch die Versandung des Brielschen Gat immer weniger
befahrbar für große Schiffe geworden, so daß diese den Umweg
über Vlaardingen, die alte Maas und Dordrecht nehmen mußten,
um dann über das Hollandsch Diep und das Goereesche Gat den
Ausweg zur See zu gewinnen; manchmal fuhr man auch über Haringsviet
 und das Brouwerhavensche Zeegat?). In den 1820er Jahren
baute man den Kanal van Voorne, der eine Verbesserung der bisherigen
 Rotterdamer Seeverbindung darstellte, aber auch den
Größenverhältnissen der Schiffahrt bald nicht mehr genügte.
Als bestes Mittel, Rotterdam eine gute Verbindung mit dem Meere
zu Schaffen, erkannte man nun den Durchstich des Hoek van
Holland und die Herstellung einer neuen Mündung, ferner die Umwandlung
 der Neuen Maas (d. h. der Fortsetzung des Leck) in eine
leistungsfähige Wasserstraße. Dieses Werk, das technisch mindestens
1) Den Kanal benutzten 1877: 3376 Schiffe (3 965 192 Brutto-Reg.-Tons);
1880: 4495 Schiffe (5 864 322 Brutto-Reg.-Tons); 1890: 7752 Schiffe (9 428 ıı2
Brutto-Reg.-Tons); 1895: 10924 Schiffe (11646 106 Brutto-Reg.-Tons); 1900:
9870 Schiffe (16 015 070 Brutto-Reg.-Tons); 1905: 19149 Schiffe (19741 193
Brutto-Reg.-Tons); 1908: 21985 Schiffe (22 307071 Brutto-Reg.-Tons) ; vgl. Wort -
mann und van den Broek, S. 150.
?) Blink; Nederland, I, 447ff.; A. T. de Groot, De Waterweg etc.
(1916); vgl. auch Wiedenfeld; S: 63 ff.
Baasch, Holländische Wirtschaftsgeschichte,

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