auf den holländischen Bauern lastete, war
cin Aunustiluß des Kapitalismus, der seit dem
z6. Jahrhundert in den Städten groß geworden
war. In solchen Fällen freilich, wo die dörfliche Arbeit für die
Industrie nützlich und notwendig war, wie z. B. die Hausindustrie
für das Textilgewerbe, duldete man diese Arbeit, die im Grunde
doch nichts war als eine gewerbliche, in der Stadt aber mit zu hohen
Lebenskosten beschwert war‘).
Drückender freilich als diese mehr mit:
telbaren Lasten waren die unmittelbaren
Auch bei ihnen bestanden wieder je nach den Provinzen und je nach
der Rechtsentwicklung der ländlichen Verhältnisse große Unterschiede.
Die meisten dieser Lasten waren lehnsrechtlichen
Ursprunges und gingen aus von den ‚„Herrlichkeiten‘,
die über alle Provinzen zerstreut waren, am wenigsten
in Friesland, wo das Lehnrecht nie hatte Grund fassen können.
Diese Lasten waren sehr mannigfaltig und im einzelnen meist geringfügig,
in ihrer Gesamtheit wirkten sie doch auf die unfreien Bauern
als eine beträchtliche Belastung. Unfreie, höri ge Bauern
gab esaberim Osten, in Gelderland und OverySsel,
ım’ı7. und in der ersten Hälfte des ı8.
Jahrhunderts noch viele. In Twente wurde erst 1783
auf Betrieb von. van der Capellen tot den Pol die
Abschaffung der Herrendienste beschlossen?); doch fanden sich
im übrigen Overyssel noch bis in die. erste
Hälfte des 10 Jahrhunderts Spuren bäuer-Jlıcher
Unfreiheit.
Konnten von der Beseitigung der Herrenrechte,
die sich auf alle möglichen Dinge, so die Unterhaltung von Brücken,
Wegen, Deichen, Dämmen usw. bezogen und den Bauern sehr lästig
sein mußten, die von ihnen betroffenen Bauern sich eine um so
erheblichere wirtschaftliche Erleichterung versprechen, als sie im
wesentlichen doch gerade die Bauern traf, die nicht in den von der
Natur und durch die Nähe der großen Städte begünstigten Landesteilen
wohnten, so gab es freilich noch andere Lasten genug,
die den Landmann drückten. Denn nicht nur, daß die Erzeugnisse
1) Vgl. unten in $ 4.
3) Vel. Laspeyres,6S. 2153.
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