Full text: Holländische Wirtschaftsgeschichte

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Räucherfischen fing und sie zunächst nur oberflächlich salzte. 
Allzuweit konnten diese Fahrzeuge nicht fahren, da sie ziemlich 
schwach waren; über die englische Küste kamen sie nicht hinaus‘). 
Einen eigenartigen Charakter besaß die ebenfalls als Küsten- 
fischerei geltende Zuiderseefischerei infolge der geringen 
Wassertiefe und des Vorhandenseins von allerlei Fischen, die in 
der Nordsee sich nicht fanden. In der ersten Hälfte des 17. Jahr- 
hunderts wurde diese Fischerei von etwa 300 Barken aus Amster- 
dam, Enckhuizen und Hoorn, die etwa 20—30 Lasten faßten, be- 
trieben?). Hier entbrannte auch schon frühzeitig ein heftiger Kampf 
der Anwohner um das Fischrecht. Dazu gaben Anlaß namentlich 
gewisse Vorschriften über die dort zu gebrauchenden Netze usw. 
Schon zu Zeiten Karls V. lagen die holländischen Fischer darüber 
im Streit mit den gelderschen und overysselschen?). Die letzteren 
behaupteten den Amsterdamern gegenüber, daß die Zuidersee ihnen 
allein zustände. Diese Streitigkeiten haben nie geendet; auch die 
Utrechter Union schuf hier keinen Frieden. Eine 1682 zwischen 
Holland und Gelderland getroffene Vereinbarung verbot den Ge- 
brauch seidener Netze und setzte die Tiefe der Garnnetze fest, 
ebenso das Alter der zu fangenden Fische*). Die holländischen 
Fischer hielten sich aber nicht daran, und das Verbot jener Netze 
wurde 1688 wieder aufgehoben. Eine 1698 zwischen Holland und 
Overyssel getroffene Übereinkunft wurde ebensowenig beachtet. 
So wurde die Zuiderzee ein beliebtes Feld für wirtschaftliche Streitig- 
keiten unter den Provinzen®). 
Endlich ‚ist noch die sogen. „kleine/Visscherije“ zu nennen, die 
vorzüglich aui der Doggerbank und bei Island aufiden Fang 
von Kabeljau, Schellfisch u. dgl. ausging. Insbesondere die kleinen 
Maasorte Vlaardingen und Maassluis legten sich auf dies Gewerbe. Die Island- 
fischerei brachte es allerdings mit sich, daß die dort gefangenen Fische als Stock- 
oder Salzfische gesalzen eingebracht wurden. Im Jahre 1622 schlossen sich die 
Maasstädte zu gemeinsamem Schutz zusammen, da die Dünkirchner ihnen viel 
Abbruch taten; 1678 erscheinen ‚„‚Gecommitteerden der cleyne Visschery tot 
Maassluis‘‘®). Später, 1740, waren Rotterdam, Delfshaven, Schiedam, Vlaardingen, 
Maassluis die Interessenten an der Isländer Kabeljaufischerei; zur. Deckung der 
) 7) Beaujon, S. 162, 
?) Blok, Een merkwaardig aanvalsplan,.S. 12. 
3) Beaujon; SS. 1761 ter Gouw, IV, S. 3671.; V, S. 4178. 
* Beaujon, S. 179 
5) Beaujon;, S. ı54f. 
66€
	        
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