192 Der prolet. Klassenkampf zur Unterstützung des kolonialen Freiheitskampfes.
ich noch eine kurze Wiederholung aus Berichten des britischen Konsuls in
Schanghai vom Juni 1924 geben, in denen er folgende Meldung macht:
„Die normalen Arbeitsstunden in den lokalen, Engländern gehörenden
Baumwollfabriken betragen 231/2 Stunde täglich, die in zwei Schichten
von je 12 Arbeitsstunden eingeteilt sind und nur zwei Ruhepausen von
je 15 Minuten aufweisen; in den Japanern gehörenden Fabriken werden
221/2 Stunde in zwei Schichten von je 12 Stunden gearbeitet, die zwei
Ruhepausen von je 45 Minuten umfassen. In den Chinesen gehörenden
Fabriken werden gewöhnlich ı4-Stunden-Schichten ohne Ruhepausen ge-
arbeitet. Die Arbeitsstunden der Kinder und Jugendlichen sind die
gleichen wie die der Erwachsenen. (Großbritannien, Auswärtiges Amt,
Schreiben betreffend die Arbeitsbedingungen in China, London 1025,
P.ı8, Cmd. 2442.)
Berichte, die im gleichen Jahre von englischen Konsuln in verschiedenen
Teilen Chinas gemacht wurden, geben einstimmig an, daß die Zahl der
Arbeitsstunden hoch ist und die Löhne niedrig sind. Dies sind die offi-
ziellen Berichte. Was ist das Resultat dieser Ausbeutung? Lassen Sie mich
Ihnen einige Zahlen anführen über die Dividenden, die unsere Kapitalisten
aus diesen Ländern und aus dem Blut und Schweiß der indischen, chine-
sischen und japanischen Arbeiter ziehen:
„Im Jahre 1920 hatte das Kailanbergwerk, Kaipingdistrikt, das mit
britischem Kapital in Höhe von 24 Millionen mexikanischen Dollars
arbeitet, einen Nettoprofit von beinahe 9 Millionen und zahlte eine Di-
vidende von 35%.
Im Jahre 1922 zahlte die Hongkong-Schanghai Banking Corporation
eine Dividende von 64%. In den Jahren 1923/24 und 1925 80%. Eine
Zweiggesellschaft der ‚Banque Industrielle de Chine‘ zahlte 550%.“
Hinsichtlich Britisch-Indiens wurden in den Bengal-Kohlenbergwerken,
von denen ich die Zahlen über die dort beschäftigten Männer und Frauen
angab, die in der Woche 60 Stunden für ı Shill. 3 Pence arbeiten, Dividenden
bis zu der Höhe von 120% jährlich bezahlt. Die Durchschnittsdividende
betrug 90%. In einer Anzahl Baumwollfabriken betrug die Dividende 1920
120%. Die höchste war 365%. Zieht man den Kurs der Aktien in Be-
tracht, so beträgt der wirkliche Profit bis 500%. Der Durchschnittsprofit
beträgt in der Jute-Industrie 140%. Alle Plantagen Javas sind in den Händen
von 100000 weißen Kolonialmagnaten, die 88% der Dividenden erhalten;
in die übrigbleibenden ı2 0% müssn sich 35 Millionen Indonesier teilen. 9/9 der
malaiischen Bevölkerung sind so arm, daß sie nicht einmal den Reis essen
können, der auf ihren eigenen Feldern wächst.
Um die Rolle zu zeigen, die das europäische Kapital in den verschiedenen
curopäischen Ländern spielt, möchte ich noch einige Zahlen über China