200 Der prolet. Klassenkampf zur Unterstützung des kolonialen Freiheitskampfes.
kunft. Dann wird man den Kongreß bespotten, weil sein Aufruf zur Aktion
als Humbug und Tamtam zu bezeichnen wäre. Es ist wirklich besser, daß
wir von Fragen Abstand nehmen, die unseren guten Ruf schädigen könnten.
Der Vertreter des Internationalen Antimilitaristischen Bureaus
Müller-Lehning (Holland)
begründet die Stellungnahme seiner Organisation mit folgender Erklärung:
I“ Namen des Internationalen antimilitaristischen Bureaus begrüße ich den
Kongreß. Dieses Bureau ist gebildet worden im Kampfe gegen Militarismus
und Imperialismus. Es ist eine proletarische antimilitaristische Bewegung,
der verschiedene nationale Sektionen und internationale Organisationen,
wie das Berliner syndikalistische Bureau und das Internationale
antimilitaristische Bureau im Haag, angeschlossen sind. Gemäß unseren Prinzipien
sind wir gegen alle Formen der ökonomischen Ausbeutung und der
militärischen Unterdrückung der farbigen Rassen und sind bestrebt, die
größtmöglichste Einheit und Zusammenarbeit des Proletariats des Nordens,
Ostens, Südens und Westens für die soziale Revolution zu verwirklichen.
Bereits vor 20 Jahren kämpfte die antimilitaristische Bewegung Hollands
für die Unabhängigkeit Indonesiens. Die Antimilitaristen waren Verfolgungen
ausgesetzt. Tausend von ihnen wurden eingekerkert wegen Mililärdienstverweigerung.
Wir bekämpfen die Unterdrückung in allen Formen.
Die Internationale antimilitarist,sche Kommission übermittelt. daher dem
Kongreß folgende Erklärung:
(Siehe Erklärung der 1.A.K. Anhang B.)
Die Einheitsfront in dem Freiheitskampf der unterdrückten Völker.
Der Freiheitskampf der unterdrückten Völker der Kolonien, Halbkolonien, der vom
Imperialismus unterjochten, scheinbar selbständigen, der vom Imperialismus bedrohten
schwachen Länder und der als sogenannte ‚nationale Minderheiten“ bezeichneten unterdrückten
Nationen (z.B. die Neger in den Vereinigten Staaten) nimmt, der Verschiedenheit
der wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklungsstufe der jeweiligen geschichtlichen
Bedingungen gemäß, in den verschiedenen Ländern verschiedene Formen und den mannigfaltigsten
Charakter an. Dementsprechend sind auch die Träger und Führer der nationalrevolutionären
Bewegungen sehr verschiedenartige Gruppen und Organisationen, mannigfaltige
soziale Schichten, die ihren Kampf ‚unter den verschiedenartigsten Losungen führen.
Während in dem einen Lande noch religiöse oder kulturelle Losungen im Vordergrunde
stehen, finden wir bereits in den meisten Ländern die politischen, sozialen und wirtschaftlichen
Forderungen klar ausgesprochen. Die wirklichen Vorkämpfer der nationalen Freiheit,
Müssen diesen eigenartigen Sonderumständen das größtmögliche Verständnis entgegenbringen.
Es gilt für sie, auch rückständigen Formen und Losungen, wie sie aus der Eigenart
bestimmter Länder hervorgehen, mit allem Verständnis und aller Duldsamkeit zu begegnen
und aus ihnen den anti-imperialistischen Kern herauszuschälen.